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Preis
Der Café Crème ist teuer geworden

Beliebtes Getränk: Der Branchenverband erhebt den Durchschnittspreis in 500 Betrieben. (Bild: Keystone)

Wer in der Stadt Zürich das beliebte Heissgetränk bestellt, muss am tiefsten in die Tasche greifen. Die Preisgestaltung ist ein heikles Thema – die regionalen Unterschiede sind gross.

Veröffentlicht am 09.12.2013

Die Deutschschweizer Cafébetreiber servieren den Café Crème im Schnitt für 4.13 Franken. Der Preis ist im Vergleich zum Vorjahr um 2 Rappen gestiegen. Viele Betriebe haben die Preise seit Jahren nicht mehr angehoben. Wegen der steigenden Kosten dürfte die Tasse aber bald teurer werden.

Den höchsten Durchschnittspreis in der Statistik, die der Branchenverband Cafétier Suisse herausgab, weist die Stadt Zürich mit 4.36 Franken auf. Dort ist der Preis pro Café Crème in einem Jahr um 4 Rappen gestiegen. Der günstigste Durchschnittspreis hat nach wie vor Bern mit 3.90 Franken (+ 4 Rappen). Damit ist Bern die einzige Region mit einem Durchschnittspreis unter 4 Franken.

Der Branchenverband hat die Preise von 500 Cafés, Caféterien, Café-Bäckereien und Café-Bistros in der deutschsprachigen Schweiz und im französischsprachigen Teil des Kantons Bern verglichen.

Zurückhaltung bei Aufschlägen

Die happigsten Preisaufschläge gab es bei einem Pächterwechsel oder wenn ein Betrieb ein neues Konzept einführte. Allerdings haben 2013 knapp 80 Prozent der Betriebe den Preis unverändert belassen. Auch in den vergangenen Jahren waren waren die Cafétiers generell zurückhaltend gewesen mit Aufschlägen, um die Kundschaft nicht zu vergraulen: 2010 hatten 79 Prozent auf einen höheren Preis verzichtet, 2011 46 Prozent und 2012 wiederum 79 Prozent.

Preisabschläge gab es in einem Sechstel der Betriebe. Der Café ist dort im Schnitt um 10 bis 20 Prozent günstiger geworden. Laut Verbandspräsidentin Johanna Bartholdi führt ein Preisabschlag aber meist nicht dazu, dass ein Café mehr Kaffee verkauft.

Wirtschaftlicher Druck

«Seit vier Jahren gibt es in der Preisgestaltung eine grosse Zurückhaltung», sagte Johanna Bartholdi. Dies verdeutliche die schwierige Lage des Gastgewerbes. Mit dem vollen 13. Monatslohn in der Gastrobranche stiegen die ohnehin schon hohen Personalkosten. Daher dürfte es zu einem Preisanstieg bei der Tasse Café Crème kommen.

«Betriebe, die nicht aufgeschlagen haben, spüren einen Nachholbedarf von fünf Rappen pro Jahr, in dem sie den Preis nicht verändert haben.» Die Preisgestaltung sei aber Angelegenheit jedes Cafétiers. Die Betreiber überlegten sich genau, ob sie mit dem Preis hochgehen sollten, sagte Bartholdi. Einige Betriebe würden aber aus rein wirtschaftlichen Gründen die Preise erhöhen, vor allem in den Städten, wo der wirtschaftliche Druck höher sei als auf den Land.

(awp/vst)

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