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Abgekühlt
In der Schweiz wird deutlich weniger gebaut

Glattpark in Opfikon: Bauhauptgewerbe erwartet ein schwächeres Jahr.Keystone

Die Schweizer Baukonjunktur kühlt sich merklich ab. Schuld sind der starke Franken und das weniger dynamische Wachstum. Den Trend vermögen auch die tiefen Zinsen nicht zu stoppen.

Veröffentlicht am 27.08.2015

Nach dem Boom der letzten Jahre kühlt sich die Baukonjunktur in der Schweiz merklich ab. Im dritten Quartal dürfte der Umsatz im Bauhauptgewerbe verglichen mit dem Vorjahresquartal um über 10 Prozent sinken. Der Bauindex des Schweizerischen Baumeisterverbandes (SBV) und der Credit Suisse - ein quartalsweise publizierter Frühindikator für die Baukonjunktur - ist auf den tiefsten Stand seit 2010 gesunken.

Insgesamt dürfte das laufende Jahr für das Bauhauptgewerbe deutlich weniger erfolgreich ausfallen als das letzte Jahr, heisst es in der Mitteilung zum Bauindex vom Donnerstag. Dass weniger gebaut wird, liegt unter anderem am Frankenschock. Dieser trübt die Konjunktur ein. Ausserdem verliere das Beschäftigungs- und Bevölkerungswachstum an Dynamik, heisst es in der Mitteilung. Die Leerstände bei Wohn- und Büroflächen würden bereits wieder steigen.

Billige Hypotheken helfen ein wenig

Ohne die tiefen Zinsen würde die Bautätigkeit vermutlich noch stärker zurückgehen. Diese sorgen weiterhin für billige Hypotheken. Ausserdem herrscht nach wie vor Anlagenotstand, was dazu führt, dass viele Mietwohnungen gebaut werden. Regional betrachtet dürfte vor allem in der Ostschweiz noch stark gebaut werden. Im Thurgau, in St. Gallen und in den beiden Appenzell sind überdurchschnittlich viele neue Projekte geplant. Ebenso entlang der Achse Basel-Aarau-Luzern sowie in Teilen des Tessins.

In den meisten Regionen wurden im letzten halben Jahr aber weniger Baugesuche eingereicht als im Durchschnitt der letzten zehn Jahre. In der Agglomeration Zürich beispielsweise, in weiten Teilen des westlichen Mittellandes und in der Romandie sind weniger Bauprojekte geplant.

(sda/gku)

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