Nach Angaben der Wetterdienste fielen in den Alpen stellenweise bis zu 80 Zentimeter Neuschnee. Aber auch das Flachland war am Samstagmorgen nach einem drastischen Temperatursturz teilweise mit Schnee bedeckt. In Zürich lagen fünf Zentimeter Neuschnee. In den Gebieten, die vom Schnee verschont blieben, regnete es ab Freitagmorgen zum Teil intensiv.

Die Menge an Neuschnee zu dieser Jahreszeit ist aussergewöhnlich. SRF Meteo weist allerdings darauf hin, dass Schneefälle im Frühling immer wieder vorkommen. Ähnliche Wetterkapriolen mit Schnee bis ins Mittelland seien etwa in den Jahren 2004 und 2005 aufgetreten.

Murgang droht - Stromausfälle in Uri

Im Kanton Uri führte der schwere Nassschnee am Samstagmorgen zu Stromausfällen im Schächental und im Grosstal. Von längeren Stromunterbrüchen betroffen waren auch mehrere Gemeinden in den Kantonen Appenzell Ausserrhoden und St.Gallen. Im Kanton Thurgau musste die Feuerwehr wegen überfluteter Keller ausrücken.

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Oberhalb von Domat/Ems GR drohte im Val Parghera Tobel wegen der heftigen Niederschläge ein Murgang. Wie die Gemeindebehörden mitteilten, bedrohten 100'000 Kubikmeter Geschiebematerial ein Industriegebiet.

Ein Wohnhaus und ein Bauernbetrieb wurden vorsorglich evakuiert. Die Polizei sperrte am Samstagmorgen die Kantonsstrasse zwischen Chur und Domat/Ems. Die Bevölkerung wurde angewiesen, sich vom Tobel fernhalten.

Schienenwege unterbrochen

Auch andernorts führte der Neuschnee zu Verkehrsbehinderungen. So war die Gotthardstrecke zwischen Lugano und Mailand Centrale am Samstagmorgen unterbrochen.

Die Linien der Matterhorn Gotthard Bahn zwischen Andermatt und Dieni GR sowie zwischen Oberwald VS und Hospental UR waren am Samstagnachmittag wegen Lawinengefahr geschlossen. Der Autoverlad an der Furka zwischen Andermatt und Sedrun war ebenfalls unterbrochen.

Im Berner Oberland blieb der Unterbruch des Bahnbetriebs zwischen Wengen/Grindelwald und der Kleinen Scheidegg sowie aufs Jungfraujoch bis Betriebsschluss bestehen.

Verspätungen am Flughafen Zürich

Am Flughafen Zürich mussten sich die Passagiere am Samstag gedulden: Dutzende Flugzeuge mussten vor dem Start enteist werden. Weil der Wintereinbruch auf den Beginn der Zürcher Frühlingsferien fiel, waren besonders viele Passagiere betroffen.

Vor allem in den Kantonen Graubünden und St. Gallen beschäftigte der Schnee Strassenräumer und Wehrdienste. Vielerorts mussten Verkehrswege von Bäumen befreit werden, die unter der Last des Schnees umgeknickt waren. In der Nacht auf Samstag stürzte auf der Klausenstrasse in Spiringen UR ein Baum auf ein fahrendes Auto. Der Lenker wurde dabei verletzt.

Daneben registrierten die Polizeikorps etliche Unfälle, unter anderem weil einige Automobilisten bereits mit Sommerpneus unterwegs waren.

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Grosse Lawinengefahr

Aufgrund der grossen Schneemengen bestand nach Angaben von SRF Meteo in weiten Teilen der Alpen grosse Lawinengefahr. Die Abflüsse der Fliessgewässer sind derzeit für die Jahreszeit zwar überdurchschnittlich, es herrscht aber gemäss Bundesbehörden nur mässige Hochwassergefahr.

Das Ende des Winter-Comebacks ist aber bereits abzusehen, wie der Wetterdienst Meteomedia mitteilte. Bis Donnerstag steigen die Temperaturen demnach wieder auf frühlingshafte Werte.

(chb/sda)