Die Schweizer Detailhändler kämpfen gegen Umsatzeinbussen. Im Februar, dem ersten Monat nach der Aufgabe des Mindestkurses, sind die Umsätze im Vergleich zu Januar um real 1,2 Prozent gesunken. Dabei sind die Preissenkungen der Detailhändler, welche die Verkäufer bereits kurz nach dem Ende der Frankengrenze bekannt gaben, statistisch bereits herausgerechnet.

«Der gestiegene Einkaufstourismus ins nahe gelegene Ausland ist mitverantwortlich für den Umsatzrückgang im Detailhandel», sagt Yngve Abrahamsen, Prognoseexperte bei der Zürcher Konjunkturforschungsstelle Kof. Das dürften insbesondere die Händler nahe der Auslandsgrenzen merklich zu spüren bekommen, so der Experte.

Umsätze sinken den zweiten Monat hintereinander deutlich

Damit ist der Branche der Jahresstart gründlich misslungen: Schon im Januar hatte es massive Verkaufseinbussen von über 2,5 Prozent zum Vormonat gegeben. Insgesamt waren die Umsätze damit im Februar fast 5 Prozent unter dem Niveau von Dezember 2014.

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Dabei schienen die Detailhändler mit der Aufgabe des Mindestkurses unterm Strich eigentlich zu den wenigen Gewinnern des SNB-Entscheids zu gehören, da dort besonders viel Konsumprodukte aus dem Ausland importiert werden und die Währungsgewinne durch den erstarkten Franken oft nur langsam an die Käufer weitergegeben werden – wenn überhaupt.

Experten für privaten Konsum dennoch optimistisch

Bislang zeigt sich die positive Prognose in der Realität jedoch nicht. Kof-Experte Abrahamsen hält indes an seiner Einschätzung fest: Sein Institut rechnet für dieses Jahr mit einem Anstieg des privaten Konsums um über 2 Prozent – das wäre ein doppelt so hoher Zuwachs wie noch im vergangenen Jahr. Ähnlich sehen es andere Konjunkturexperten.