Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat in ihrer vierteljährlichen Lagebeurteilung deutlich die eingetrübten Wirtschaftsaussichten unterstrichen. Diese hätten sich «spürbar verschlechtert». Die Nationalbank wolle deshalb den Mindestkurs weiter mit aller Konsequenz durchsetzen und sei bereit, unbeschränkt Devisen zu kaufen. Den Leitzins beliess die SNB unverändert.

Neu ist in der aktuellen Mitteilung, dass die SNB bei Bedarf «unverzüglich» bereit zu weiteren Massnahmen ist. Auch damit betont sie deutlich schärfer als bislang, im Ernstfall den Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken zu verteidigen.

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SNB erwartet deutlich weniger Inflation

Dafür kommen nach Ansicht von Experten neben neuen Devisenkäufen auch unkonventionelle Massnahmen wie negative Zinsen infrage: «Darauf deuten die Formulierungen der SNB, die heute schärfer als zuletzt sind», sagte Daniel Hartmann, Ökonom beim Anleiheinvestor Bantleon. Möglich sind negative Zinsen noch in diesem Jahr.

Daneben wies die SNB in ihrer heutige Mitteilung darauf hin, dass sich der Inflationsdruck «deutlich» verringert hätte. «Für 2015 liegt die neue Prognose nun mit 0,2 Prozente um 0,1 Prozentpunkte und für 2016 mit 0,5 Prozent sogar um 0,4 Prozentpunkte tiefer als bei der letzten Lagebeurteilung.»

Nur noch 1,5 Prozent Wachstum erwartet

Für die Schweiz haben die Deflationsrisiken damit wieder zugenommen, schreiben die Währungshüter. Das Bruttoinlandprodukt werde in diesem Jahr um 1,5 Prozent wachsen, statt 2 Prozent wie bislang veranschlagt. Damit folgt die SNB anderen Prognostikern, die zuletzt ebenfalls ihre Vorhersagen deutlich reduzierten.