Die Abschwächung des Wirtschaftswachstums schlägt nun auch auf die Ergebnisse des Manpower-Arbeitsmarktbarometers durch. Den Ergebnissen für die Schweiz für das 1. Quartal 2012 zufolge rechnen 5 Prozent der 754 befragten Arbeitgeber mit einer Zunahme ihrer Personalbestände, während 5 Prozent einen Rückgang und 89 Prozent keine Veränderung erwarten, teilt Manpower mit.

Die saisonbereinigte Netto-Arbeitsmarktprognose beträgt 0 Prozent, im Quartalsvergleich entspricht dies einem Rückgang um 2 und im Jahresvergleich um 4 Prozentpunkte. «Das Ergebnis ist das tiefste seit dem 3. Quartal 2010 und lässt darauf schliessen, dass die Arbeitgeber in der Schweiz die Verlangsamung des Wirtschaftswachstums spüren», wird Urs Schüpbach, Generaldirektor von Manpower Schweiz, in der Mitteilung zitiert.

Arbeitgeber in Wartehaltung

Die gegenwärtige Unsicherheit auf dem Weltmarkt, insbesondere aufgrund der Schuldenkrise und des starken Frankens, führe zweifellos zu einer abwartenden Haltung bei den Schweizer Arbeitgebern. Bevor sie eine Erweiterung ihrer Personalbestände ins Auge fassen würden, werde zunächst die weitere Entwicklung der Wirtschaftslage beobachtet, hiess es weiter.

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Denn weltweit rechnen die Arbeitgeber in den meisten Ländern und Hoheitsgebieten mit einer Verlangsamung des Anstellungsrhythmus im ersten Quartal 2012. Obgleich die Ergebnisse vielerorts gemischt sind, verzeichnen 31 der 41 untersuchten Länder und Hoheitsgebiete positive Beschäftigungsaussichten, darunter auch die Vereinigten Staaten, Japan und Indien. In China rechnen die Arbeitgeber hingegen mit einer schwächeren Erweiterung der Personalbestände als im gleichen Quartal des Vorjahres.

Im Quartalsvergleich sinken die Werte in 30 Ländern und Hoheitsgebieten, im Jahresvergleich melden 16 Länder und Hoheitsgebiete einen Anstieg beziehungsweise keine Veränderung der Ergebnisse und 23 einen Rückgang der Werte. Weltweiter Spitzenreiter ist Indien, gefolgt von Brasilien, Taiwan, Panama und der Türkei. Schlusslichter sind Griechenland, Ungarn, Italien und Spanien.

Ostschweiz an der Spitze

Nach Regionen aufgeteilt hätten drei der sieben untersuchten Schweizer Regionen positive Netto-Arbeitsmarktprognosen gemeldet. An der Spitze steht die Ostschweiz (+11 Prozent), gefolgt von Zürich (+7 Prozent) und Espace Mittelland (+4 Prozent). Schlusslicht ist die Zentralschweiz (-12 Prozent) vor der Genferseeregion (-6 Prozent).

Aufgeschlüsselt nach Wirtschaftssektoren rechnen fünf der zehn Sektorenarbeitgeber mit einer Erweiterung ihrer Personalbestände im anstehenden Quartal. Der höchste Wert wurde im Finanz- und Versicherungswesen, Immobilien und Dienstleistungssektor (+8 Prozent) gemessen, die tiefste Netto-Arbeitsmarktprognose und sein schwächstes Ergebnis seit dem dritten Quartal 2009 weist hingegen der Handel (-15 Prozent) auf.

«Die positiven Beschäftigungsaussichten im Bank- und Versicherungswesen, Immobilien und Dienstleistungssektor sind insbesondere der günstigen Situation der Versicherungs- und Immobilienunternehmen zu verdanken. Die eher trüben Aussichten im Handel hingegen sind auf den starken Franken zurückzuführen», wird Manpower-Generaldirektor Schüpbach zitiert.

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(laf/tno/awp)