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Economiesuisse: Kompass für Reformprojekte

Welche Medizin ist nützlich für das Gesundheitswesen? Economiesuisse hat dafür einen "Kompass" entwickelt. (Bild: Keystone)

Ein Messinstrument für Reformen im Gesundheitswesen: Der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse präsentiert einen „Kompass“ zur Beurteilung von Reformvorschlägen – soweit sie die Wirtschaft interessier

Veröffentlicht am 06.06.2011

Mehr Selbstverantwortung, mehr Wettbewerb, mehr Transparenz: Das fordert der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse für das Gesundheitswesen  - und er will seinen Beitrag leisten in Form eines Arbeitsinstrumentes. Damit sollen Reformprojekte nach fünf Kriterien bewertet werden.

Die Schweizer Politik produziere haufenweise Reformvorschläge im Gesundheitswesen, sagte Economiesuisse-Chef Pascal Gentinetta vor den Medien in Zürich. "Die Fortschritte sind aber bescheiden." Es brauche ein Arbeitsinstrument, um die Reformen nach eindeutigen Gesichtspunkten beurteilen zu können.

Das vom Wirtschaftsdachverband entwickelte Arbeitsinstrument - der sogenannte Kompass - beleuchtet die fünf Kriterien Ordnungspolitik (weniger staatliche Einflussnahme), Wettbewerbspolitik, Innovationspolitik, Selbstverantwortung und Finanzpolitik, wie Chefökonom Rudolf Minsch sagte.

Kompass ist kein "Strafgericht"

Je nach Fall sei ein Kriterium wichtiger als das andere. Der Kompass diene dazu, eine Richtung vorzugeben. Er sei kein "Strafgericht", ergänzte Beat Moser, Direktor des Interessenverbandes Chemie Pharma Schweiz (SGCI).

Als konkretes Beispiel für eine Beurteilung führte Minsch die Vertragsfreiheit an. Eine Aufhebung des Vertragszwanges mit allen Ärzten sei in vier der genannten Punkte positiv zu werten. Bei der Innovationspolitik liesse sich das Prädikat "neutral" verteilen. economiesuisse stimme dem Vorhaben deshalb zu.

Schwachstellen aufzeigen

Das Ziel des Instrumentes sieht der Wirtschaftsdachverband gemäss Minsch darin, dass es deutlich macht, ob ein Reformprojekt "sinnvoll" ist für die Weiterentwicklung des Gesundheitswesens oder nicht. Der Kompass solle Schwachstellen aufzeigen und der Politik helfen, Projekte zu verbessern, ergänzte Pascal Gentinetta.

Ausgewählt und vertieft beleuchtet werden Reformvorschläge, die von besonderem wirtschaftspolitischem Interesse sind, wie Gentinetta weiter sagte. Die Resultate sollen intern wie extern in diverse Stellen - etwa in Vernehmlassungen - einfliessen.

(cms/tno/sda)

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