In seiner neusten Kolumne in der Zeitung «Der Sonntag» äussert sich Ex-UBS-Chef Oswald Grübel zur Zukunft des Euro.

Dass die Einheitswährung in den nächsten zwei, drei Jahren verschwinden werde, glaubt er nicht. «Aber die Geschichte lehrt uns, dass eine künstliche Währung oder ein Währungsverbund noch nie lange überlebt haben. Meistens sind sie nach 5 bis 25 Jahren wieder zerfallen. Wenn das geschehen würde, wäre es ein vernichtender Schlag für das heutige Europa und würde uns um über 60 Jahre zurückwerfen, politisch und wirtschaftlich.»

Die Folgen wären laut Grübel verheerend: «Wirtschaftskriege würden unser Vermögen zerstören, unsere gewohnte Bewegungsfreiheit einschränken und wir würden den Beweis erbringen, dass die Europäer gemeinsam nichts zustande bringen – und deshalb unzuverlässig sind.»

Die 17 Staaten im Euroraum sind laut Grübel zurzeit in einer Zerreissprobe. «Wie kann man 17 Demokratien unter einer Währung vereinen, wenn man sich noch nicht einmal über ein gemeinsames Rentenalter einigen kann?» schreibt Grübel.

«Für die EU gibt es keine Wahl: Sie muss, egal wie hoch die Kosten sind, an der gemeinsamen Währung festhalten. Alles andere wäre eine politische und wirtschaftliche Bankrotterklärung. Wenn der Euro geht, dann geht auch die EU.»

(rcv)