Der Franken hat sich weiter abgeschwächt. Zum Euro lag die Schweizer Währung am Nachmittag erstmals seit Anfang Juli über der Marke von 1.19 Franken. Ein Dollar kostete wieder über 82 Rappen.

Während der Bundesrat über die Ausgestaltung der Zwei-Milliarden-Hilfen für die Wirtschaft beriet, verbuchte die Schweizerische Nationalbank (SNB) mit ihren Eingriffen weitere Erfolge: Die Giroguthaben der inländischen Banken bei der SNB stiegen in der Woche zum 26. August um knapp 108 auf fast 164 Milliarden Franken, wie die SNB mitteilte.

Die übrigen Guthaben auf Sicht betrugen 25 Milliarden Franken, so dass sich die gesamte Summe auf 189 Milliarden belief. Um der Überbewertung des Frankens entgegenzuwirken, hatte die SNB das Ziel für die Sichtguthaben der Banken bei der Nationalbank seit Anfang August in drei Schritten von rund 30 auf 200 Milliarden erhöht.

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Händler erklärten die Frankenabwertung auch damit, dass die Grossbank UBS am Freitag angekündigt hatte, möglicherweise mit Gebühren den Franken-Zufluss zu bremsen.

Analysten weiter angespannt

Der Dollar gewann zum Franken an Wert, obwohl ihn Spekulationen auf weitere Konjunkturhilfen durch die US-Notenbank (Fed) belasteten. Fed-Chef Ben Bernanke hatte am  Freitag bei der Notenbanker-Tagung in Jackson Hole zwar keine konkreten neuen Aktionen in Aussicht gestellt.

Doch allein sein Hinweis auf die nächsten Beratungen des Offenmarktausschusses (FOMC) im September wurde von vielen als Signal interpretiert, die Fed könnte der Konjunktur nochmal unter die Arme greifen. Entsprechend zog der Euro zeitweise über 1,45 Dollar an und lag damit am oberen Ende seiner seit Monaten geltenden Spanne von 1,40 bis 1,46 Dollar.

Sollte es neue Hiobsbotschaften aus der Euro-Zone geben, könnte der Euro aber rasch wieder unter Druck geraten, sagten Analysten. So stehen am Rentenmarkt in dieser Woche die Auktionen Italiens und Spaniens im Fokus.

Italien bringt am Dienstag zehnjährige Anleihen mit einem Volumen von 3,7 Milliarden Euro auf den Markt. Zudem will die Regierung in Rom über dreijährige Anleihen bis zu 3,25 Milliarden Euro aufnehmen. Die EZB hat laut Händlern neben italienischen auch spanische Papiere gekauft. Spanien wird am Donnerstag den Kapitalmarkt wieder anzapfen.

(tno/kgh/sda)