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Fitch warnt vor Risiken auf dem Schweizer Häusermarkt

Baukräne: Die Banken vergeben immer mehr Hypotheken. Keystone

Fitch sieht eine gefährliche Entwicklung auf dem Schweizer Immobilienmarkt. Die Banken vergeben immer mehr Hypotheken. Dies könnte die Institute in Schwierigkeiten bringen, warnt die Ratingagentur.

Von Marc Bürgi
am 27.07.2017

Seit Jahren herrscht ein Boom bei den Schweizer Immobilien. Wegen der rekordtiefen Zinsen fliesst immer mehr Geld in den Markt. Viele Experten warnen vor den Folgen der Geldschwemme – auch die Schweizerische Nationalbank rief die Banken kürzlich zu mehr Zurückhaltung auf.

Nun hat sich auch eine internationale Ratingagentur mit einer kritischen Einschätzung zu Wort gemeldet. Die Experten von Fitch sorgen sich wegen des wachsenden Hypothekengeschäfts der inländischen Banken. Die Margen der Institute sind wegen der tiefen Zinsen gesunken. Um dies auszugleichen, finanzierten die Banken immer mehr Häuser, schreibt Fitch in der Mitteilung vom Mittwoch. Die grosse Ausnahme sind die UBS und die CS – die beiden Grossbanken halten sich bei der Immobilienfinanzierung zurück.

Die Kunden könnten in Verzug geraten

Kurzfristig profitierten die inländischen Banken zwar von dieser steigenden Hypothekenvergabe, schreibt Fitch. Sie gingen damit aber Risiken ein. So könnten die Institute Probleme bekommen, falls die Schweizerische Nationalbank stark den Leitzins erhöht. Viele Kunden würden nach einer abrupten Leitzinserhöhung Mühe haben, ihre Hypothekarschulden zu bezahlen. In Probleme geraten könnten die Banken auch, falls die Häuserpreise stark sinken sollten. Fitch rechnet allerdings zurzeit nicht damit, dass diese beiden Risiken eintreten.

Die Fitch-Analysten sind nicht die einzigen internationalen Experten, welche vor Gefahren auf dem Immobilienmarkt warnen. Die US-Grossbank Goldman Sachs zählt die Schweiz zu den Ländern, wo die Häuserpreise unter Druck geraten könnten.

 

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