Der SVP-Finanzpolitiker Hans Kaufmann fordert in der Zeitung «Der Sonntag» die Gründung eines Staatsfonds. Die Schweiz profitiere nicht von Rohstoffeinnahmen, aber wegen der Festsetzung eines Mindestwechselkurses zum Euro von 1.20 Franken werde die SNB gezwungen, unbegrenzt Fremdwährungen zu kaufen.

Laut Kaufmann dürfte die Bilanzsumme der SNB Ende Mai 2012 die 400-Milliarden-Franken-Marke erreicht oder sogar überschritten haben und damit rund zehn Prozent über dem Maximum vom November liegen. «Die eigentlichen Devisenanlagen stellten sich per Ende Mai auf 311 Milliarden Franken. Davon könnten zwei Drittel, rund 200 Milliarden, für einen strategischen Staatsfonds eingesetzt werden.»

Tiefen Zinsen schaden den Pensionskassen

Die SNB sollte ihre Anlagepolitik radikal ändern und statt Staatsschulden physische Rohstoffreserven und Aktien von ausländischen Unternehmen erwerben, die der Schweiz nützen, fordert Kaufmann. «Die mit dem Staatsfonds erwirtschafteten Erträge sollen für unsere Altersvorsorge auf die Seite gelegt werden, denn die Tiefzinspolitik der Notenbanken und die Regulierungswut der Regierungen schädigen unsere Altersvorsorge enorm.»

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Die extrem tiefen Zinsen oder eine Zinswende werden dazu führen, dass unsere Pensionskassen und Lebensversicherungen die notwendigen Erträge für die Renten nicht mehr erwirtschaften können. «Um diese Löcher in fernerer Zukunft zu stopfen, wäre ein solcher Staatsfonds sehr willkommen.»

(muv)