Franke, Mikron, Rieter Autoneum – Schweizer Unternehmen schieben das Problem des starken Frankens an ihre Zulieferer ab. Bruno Zuppiger, Präsident des Schweizerischen Gewerbeverbands und SVP-Nationalrat: «Es ist wie eine Ketten­reaktion. Alle versuchen, die Währungsverluste weiterzugeben.»

Der Franken ist gegenüber den wichtigsten Währungen seit Anfang 2010 real um 21 Prozent teurer geworden. Viele Exporteure kämpfen ums Überleben. Ein Drittel der Firmen schreibe schon rote Zahlen, erklärt der Industrie-Dachverband Swissmem. Viele zahlen darum nun auch Schweizer Zulieferer in Euro statt in Franken, um die Folgen der Kursschwankungen zu umgehen.

Gemäss einer Umfrage der Credit Suisse sind Einkäufe in Fremdwährungen die mit Abstand wichtigste Sparmassnahme: Rund 75 Prozent der befragten Firmen ergreifen sie. Um Auftragsver­luste zu vermeiden, akzeptieren Schweizer Zulieferer vermehrt Euro-Zahlungen von ihren Schweizer Kunden. «Oft werden sie faktisch auch dazu gezwungen», sagt Zuppiger. «Damit bricht die Marge noch mehr ein. Wenn dies lang anhält, wird es bei kleinen und mittelgrossen Firmen zu schmerzlichen Betriebsschliessun­gen kommen.»

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Schon vor acht Jahren bezahlten 18 Prozent der Schweizer Firmen inländische Lieferanten in Euro. Dies ergab damals eine Umfrage der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich bei 3100 Unternehmen. Knapp 20 Prozent erhielten Euro-Zahlungen von inländischen Kunden. Seither hat sich die Anzahl Euro-Transaktionen im Inland-Zahlungsverkehr gemäss SIX Interbank Clearing von 1,2 auf 2,4 Millionen verdoppelt. Das dürfte ein Indiz dafür sein, dass der Anteil der im Inland in Euro abgewickelten Geschäfte stark gestiegen ist. «Ich kann mir vorstellen, dass mittelfristig eine Industriewährung Euro zum Thema werden könnte», sagt Thomas Nufer, Geschäftsführer der Firma Emka. Die Tendenz sei spürbar.