Der Privatkonsum in der Schweiz schwächelt weiterhin. Der UBS-Konsumindikator sank im August auf 1,35 Punkte von 1,67 Zählern im Vormonat, wie die UBS am Mittwoch mitteilte. Gemäss Informationen der Grossbank zeigt der Indikator die Entwicklung des Privatkonsums in der Schweiz mit einem Vorlauf von circa drei Monaten auf die offiziellen Zahlen an. Dieser ist mit einem Anteil von rund 60 Prozent die mit Abstand wichtigste Komponente des Schweizer Bruttoinlandprodukts.

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Die sich im zweiten Quartal abzeichnende schwächere Dynamik habe sich bestätigt, so die Konjunkturexperten der Bank weiter. Alle Subindikatoren trugen zu dem Rückgang bei. 5,8 Prozent weniger Fahrzeuge wurden neu eingelöst. Der von der KOF erhobene Indikator für den Geschäftsgang im Detailhandel fiel auf zwei von elf Punkten und lag zum ersten Mal seit vier Monaten wieder unter seinem langjährigen Durchschnitt von 6,2 Punkten.

Binnensektor verliert deutlich

Die Quartalsschätzungen zum Schweizer Wirtschaftswachstum zeigten bereits das zweite Quartal in Folge ein schwächeres Wachstum beim privaten Konsum. Der Binnensektor, Stütze der Schweizer Wirtschaft in den vergangenen Jahren, hat deutlich an Dynamik verloren.

Zwischen dem vierten Quartal 2011 und dem vierten Quartal 2103 wuchs der Privatkonsum in der Schweiz durchschnittlich um 2,2 Prozent. In den ersten beiden Quartalen des laufenden Jahres lag das Wachstum lediglich bei 1,2 Prozent. Der Rückgang des Konsumindikators bestätige den Trend zu einem langsameren Konsumwachstum, erklärten die Experten.

Auch 2015 unter 2-Prozent-Wachstum

Die UBS-Ökonomen gehen in diesem Jahr nur von moderaten Wachstumsbeiträgen des Privatkonsums aus. Im Nachgang des schwachen Wirtschaftswachstums im zweiten Quartal haben die UBS-Ökonomen ihre Wachstumsprognosen für das Bruttoinlandprodukt für dieses Jahr von 2,1 Prozent auf 1,3 Prozent gesenkt. Für 2015 geht UBS neu von einem Wirtschaftswachstum von 1,6 Prozent aus.

(reuters/ise/ama)