Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat vermutlich auch vergangene Woche zur Verteidigung ihres Euro-Mindestkurses von 1,20 Franken am Devisenmarkt intervenieren müssen. Darauf deuten die weiter gestiegenen Giroguthaben hin.

Inländische Banken verfügten im Wochenschnitt über Giroguthaben bei der SNB von 277,3 Milliarden Franken. Das waren 6,4 Milliarden Franken mehr als in der Vorwoche, wie die SNB mitteilte.

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Der Anstieg verlangsamte sich damit. In der Vorwoche hatten die Giroguthaben um 9,5 Milliarden Franken zugenommen, eine weitere Woche vorher waren es gut 12 Milliarden gewesen. Die Übersicht für den ganzen Monat Juli will die SNB am Dienstag publizieren.

Bestände im ersten Halbjahr um 73 Milliarden Franken gestiegen

Für Beobachter deuten die Giroguthaben bei der SNB an, in welchem Umfang in etwa die Notenbank an den Märkten interveniert hat. Wenn die SNB im Markt Devisen kauft, um damit den Franken schwächer zu machen, schreibt sie den Franken-Gegenwert der jeweiligen Bank gut.

Der Euro notiert seit April sehr nahe am Mindestkurs von 1,20 Franken. Wiederholt musste die SNB mit Stützungskäufen eingreifen: Im ersten Halbjahr kletterten ihre Euro-Bestände auf rekordhohe 182,5 Milliarden Euro oder umgerechnet um 73 Milliarden Franken auf 219,5 Milliarden Franken.

Die gesamten Devisenanlagen der SNB schwollen um 107,6 Milliarden auf 365,1 Milliarden Franken an.

(tno/aho/sda)