«Wenn wir den Wechselkurs mit allen Mitteln verteidigen werden, übernehmen wir indirekt einen Teil der gesamten Schulden der Euroraumes, die weiter steigen werden.» Oswald Grübel findet in «Der Sonntag» einmal mehr deutliche Worte zum von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) proklamierten Ziel, den Euro nicht unter 1.20 Franken fallen zu lassen.

Bereits vor wenigen Wochen hatte der ehemalige Chef der beiden Schweizer Grossbanken UBS und Credit Suisse gegenüber «Handelszeitung Online» die Euro-Untergrenze als «Todsünde der freien Schweiz bezeichnet».

Die SNB habe ihre Unabhängigkeit verloren, sie sei der Entwicklung im Euroraum ausgeliefert. «Der Euro ist eine künstliche Währung, die von den Wählern in den verschiedenen Demokratien der Mitgliedstaaten unberechenbar beeinflusst wird», so Grübel.

Der 61-jährige gebürtige Deutsche glaubt nicht daran, «dass die relative Grösse der Schweizer Volkswirtschaft das ohne erheblichen Schaden verkraften kann.»

(vst)