Der ehemalige UBS-Chef Oswald Grübel sagt den Schweizer Grossbanken eine gute Zukunft voraus. Ein Fall UBS werde sich nicht wiederholen, sagte Grübel in seinem Gastreferat an der Albisgüetli-Tagung der SVP in Zürich.

Die Schweizer Banken würden zwar durch einen schmerzlichen, aber auch notwendigen Anpassungsprozess im internationalen Geschäft und im Privatbankengeschäft gehen. Das werde zu grossen Liquiditätsreduktionen in den lokalen und internationalen Wertschriften- und Finanzmärkten führen.

Die lang anhaltende Eurokrise werde sich negativ auf das Ertragspotenzial der Banken auswirken, so Grübel. «Die Schweizer Grossbanken werden aber viel besser kapitalisiert sein als ihre europäischen Konkurrenten», zeigte sich Grübel überzeugt. Seiner Meinung nach wird der Euro vorerst als Währung überleben und sogar seinen Wert gegenüber dem Dollar halten können.

Boom in zehn Jahren

Wenig optimistisch beurteilt Grübel die Entwicklung der Weltwirtschaft. Diese werde «wenig oder gar nicht wachsen». Allerdings werde die Schweiz weniger von dieser Entwicklung betroffen sein und in zehn Jahren wieder einen Wirtschaftsboom erleben.

Skeptisch äusserte sich der Grübel zum Entscheid der Schweizerischen Nationalbank, den Schweizer Franken durch einen fixen Wechselkurs an die künstliche Eurowährung zu binden. Starke Währungen hätten nämlich durchaus Vorteile, sagte Grübel: «Sie senken die Preise, fördern Innovation und Automation und verbessern den Lebensstandard.»

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Eine zehnprozentige Abwertung des Frankens reduziere das Schweizer Volksvermögen um 300 Milliarden Franken. «Wir müssen also sehr überzeugt sein von dem, was wir erreichen wollen und davon, dass es den gewünschten Effekt hat, denn sonst wird es zur grössten politischen Subvention aller Zeiten.»

(tno/sda)