Der Schweizer Spirituosenmarkt wird gemäss Angaben der Eidgenössischen Alkoholverwaltung weitgehend von ausländischen Produkten dominiert. Umgerechnet 84'892 Hektoliter reinen Alkohols wurden 2014 eingeführt, gegenüber 89'783 im Jahr davor.

Der Rückgang um 5 Prozent ist eine Folge von rückläufigen Einfuhren von Wodka (-15 Prozent), Rum (-7), Spirituosen mit Anis (-10), Cognac (-14). Noch stärker gingen die Importzahlen beim Kirsch (-17), Zwetschgen- und Pflümlibrand (-32) und Grappa (-37) zurück.

Produktion auf historischem Tiefststand

Am beliebtesten war nach wie vor der Whisky. Mit einem Import von umgerechnet 18'222 Hektolitern reinen Alkohols behielt er seinen Spitzenplatz als meistkonsumierte Spirituose der Schweiz. 2013 waren umgerechnet 18'288 Hektoliter importiert worden.

Die Inlandproduktion von Spirituosen fiel erneut auf einen historischen Tiefststand. 2013/2014 wurden lediglich 11'498 Hektoliter reinen Alkohols gebrannt. Dieses Ergebnis liegt ein Prozent unter dem bisherigen rekordschlechtesten Brennjahr 2012/2013.

Rohstoffe importiert

Die Erzeugung von Zwetschgen- und Pflümlibrand sowie von Kirsch stieg zwar um 13 beziehungsweise um 20 Prozent. Sie ist jedoch noch nicht mit den letzten guten Brennjahren 2011/2012 und 2009/2010 vergleichbar.

Dieses Ergebnis vermag aber den Einbruch um 17 Prozent bei den Kernobstdestillaten (Äpfel, Birnen, Quitten) nicht zu kompensieren. Dagegen steigt die Herstellung von Spirituosen aus importierten Rohstoffen um 22 Prozent.

Exporte tauchen - ausser bei Absinth

Wieder abgeflacht ist der Spirituosenexport. 2013 waren diese Zahl um 41 Prozent in die Höhe geschnellt. Dieses Phänomen flachte 2014 um 12 Prozent ab. Die exportierten Mengen übertrafen jedoch immer noch den Durchschnitt der letzten fünf Jahre.

Besonders stark wuchsen die Absinthexporte an, nämlich um 93 Prozent. Umgekehrt verringerten sich der Absatz der übrigen Spirituosen mit Anis und derjenige von Schweizer Kirsch um 17 Prozent. Der Williamsbirnenbrand bleibt die im Ausland am stärksten nachgefragte Schweizer Spirituose, obwohl auch ihre Nachfrage um 2 Prozent sank.

(sda/tno/ama)

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