Euro und Dollar befinden sich schon wochenlang im Tiefflug, der Franken wird immer stärker. Das hat nicht nur negative Effekte. Importprodukte aus der Eurozone etwa sollten dadurch billiger werden. Eigentlich also ein Gewinn für die Konsumenten. Eigentlich.

Denn: Die Wechselkursgewinne werden zu einem grossen Teil immer noch nicht an die Konsumenten weiter gegeben, wie die Schweizer Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) anprangert.

Deshalb hat die SKS Bundesrat Johann Schneider Amman dazu aufgefordert,  alle relevanten Akteure noch diesen Sommer an einen runden Tisch zu berufen, um eine Lösung für das Wechselkursproblem zu finden. Teilnehmen sollten laut SKS das Seko, die Wettbewerbskommission, Detailhändler Importeure und Verbände.

Preisunterschied von 80 Prozent

Um der Forderung Nachdruck zu verleihen, bittet die SKS auch die Konsumenten um Hilfe. Sie sollen im Urlaub die Augen offen halten. Denn man will eine «Preis-Klagemauer» errichten: Konsumenten sollen sich mit Beispielen von überteuerten Importprodukten direkt an die Behörde wenden – sozusagen als Hausaufgabe in den Ferien.

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Wer  also im Urlaub in der Eurozone ein Produkt sieht, das in der Schweiz massiv teurer ist, soll sich mit Angaben zu Geschäft, Marke, Produkttitel und Beschreibung, sowie dem Preis und dem Datum direkt an die SKS wenden.

Ein eindrückliches Beispiel beschreiben die Konsumentschützer auf ihrer Homepage: In der Schweiz zahlt man für eine Jeans der Marke Esprit ganze 80 Prozent mehr als in Deutschland.

(laf/tno)