Kühleres Wetter, neue private Kunden und eine leichte Zunahme des Verbrauchs in der Industrie haben 2012 den Erdgas-Absatz in der Schweiz um fast 10 Prozent auf knapp 38 Milliarden Kilowattstunden (kWh) steigen lassen. Dies teilte der Verband der Schweizerischen Gasindustrie mit.

Die Zahl der Heizgradtage, das heisst der Tage mit einer Mitteltemperatur von weniger als 12 Grad, stieg im vergangenen Jahr um knapp 12 Prozent. Durch Netzerweiterungen, fünf neu erschlossene Gemeinden und neue Kunden konnte Erdgas die Präsenz auf dem Schweizer Energiemarkt weiter ausbauen. Inzwischen wohne über zwei Drittel der Bevölkerung in mit Erdgas erschlossenen Gemeinden, schreibt der Verband.

Immer beliebter wird klimaneutrales Biogas. 2012 wurden 86,5 GWh Biogas genutzt. Das ist fast ein Viertel mehr als im Vorjahr. Die Hälfte des Biogases wurde für Heizzwecke, der Rest für Treibstoff verwendet.

Die Zahl der Erdgas-Fahrzeuge stieg 2012 auf 11'099. Das Schweizer Tankstellennetz umfasst inzwischen 137 Stationen. Laut Verbandsangaben entspricht der Absatz von Erdgas und Biogas als Treibstoff umgerechnet rund 22 Millionen Litern Benzin. Der Biogas-Anteil liegt bei 20 Prozent. Erdgas und Biogas seien im Durchschnitt an der Tankstelle rund 30 Prozent günstiger als Benzin, schreibt der Verband.

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Das importierte Erdgas wird zu rund zwei Dritteln in der EU und in Norwegen gefördert. Knapp ein Viertel stammt aus Russland und der Rest aus verschiedenen anderen Regionen. Rund die Hälfte des Erdgases beschafft die Schweiz über langfristige Importverträge mit grossen Lieferanten in Deutschland, den Niederlanden, Frankreich und Italien. Mit russischen Lieferanten bestehen keine Verträge.

Der Hauptimporteur Swissgas ist zudem gemeinsam mit deutschen und österreichischen Partnern direkt in der norwegischen Erdgas-Förderung aktiv.

(muv/sda)