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Konjunktur

Immer mehr Privatpersonen sind pleite

Taschen leer: Allein im Juni stieg die Anzahl von Privatkonkursen um 45,6 Prozent. (Bild: Keystone)

Die Anzahl von Privatinsolvenzen hat sich im ersten Halbjahr 2012 deutlich erhöht. Besonders augenfällig ist der Anstieg in Appenzell-Innerrhoden, Genf, Luzern und Graubünden. Dagegen stagniert das Ni

Veröffentlicht am 09.07.2012

Die Zahl der Firmenpleiten in der Schweiz hat sich auf hohem Niveau stabilisiert. Im ersten Halbjahr zählte die Gläubigervereinigung Creditreform 3304 Firmenkonkurse, das sind 0,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Stark zugenommen haben die Konkurse von Privatpersonen.

Über 3271 Personen wurde von Januar bis Juni 2012 der Konkurs verhängt. Das sind 18,9 Prozent mehr als in den ersten sechs Monaten des Vorjahres, wie Creditreform mitteilte. Allein im Juni ergab sich eine Zunahme um 45,6 Prozent auf 568 Privatkonkurse.

Besonders stark zugenommen haben die Privatkonkurse im ersten Semester in den Kantonen Appenzell-Innerrhoden, Genf, Luzern und Graubünden. Am meisten Privatkonkurse zählte mit 494 der Kanton Bern. Neun Kantone verzeichneten hingegen eine Abnahme der Privatkonkurse.

Auch bei den Firmenkonkursen sind die Unterschiede nach Kantonen gross, wie Creditreform schreibt. Während sie im Kanton Appenzell-Ausserrhoden um 47 Prozent abnahmen, stiegen sie im Kanton Glarus um zwei Drittel.

Zahl der Insolvenzen stabil

Während des ersten Semesters stabilisierten sich sowohl die «echten» Insolvenzen als auch die Konkurse durch Organisationsmängel (Bereinigung von Karteileichen) gegenüber 2011 stabilisiert. So lag die Zahl der Insolvenzen praktisch unverändert bei 2261 nach 2259 in der Vorjahresperiode. Im Juni zeigte sich allerdings eine Zunahme um 12 Prozent auf 384 Insolvenzen.

Die Zahl der Neueintragungen von Firmen im Handelsregister nahm in den ersten sechs Monaten 2012 leicht um 0,9 Prozent auf 20'022 ab. Während die beiden Innerschweizer Kantone Nidwalden und Uri Zuwachsraten von mehr als einem Drittel verzeichneten, nahmen die Neueintragungen in den Wirtschaftszentren Genf und Zürich ab.

Creditreform rechnet damit, dass bis Ende Jahr wiederum rund 40'000 Firmen neu ins Handelsregister eingetragen werden. Dabei handle es sich neben «echten» Neugründungen auch um Umstrukturierungen von Firmen. Wie viele Arbeitsplätze dadurch entstünden, lasse sich nicht ableiten.

2011 hatte die Schweiz einen Rekord von 6661 Firmenkonkursen erlebt. Allerdings erreichte auch die Zahl der Neueintragungen einen Höchstwert von knapp 40'000.

(aho/tno/sda)

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