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Konjunktur

IT-Branche stagniert - Schweiz muss Zölle aufheben

Elektronikhändler: Bestimmte Geräte bald zollfrei. (Bild: Keystone)

Die Schweizer IT-Branche verharrt beim Umsatz etwa auf Vorjahresniveau - und schneidet damit immer noch besser ab als der gesamteuropäische Markt. Der Staat muss derweil bald auf Zolleinnahmen durch b

Veröffentlicht am 23.11.2011

Für die Einfuhr von Computer-Flachbildschirmen, Multifunktionsdruckern und weiteren IT-Geräte erhebt die Schweiz ab dem kommenden Jahr keine Zölle mehr. Das beschloss der Bundesrat, weil er nach WTO-Recht dazu gezwungen ist.

Der Gesamtwert der betroffenen Ware, zu der auch Set-Top-Boxen, Telekommunikationskabel und bestimmte Kopfhörer gehören, beträgt jährlich rund 900 Millionen Franken. Die Zolleinnahmen darauf belaufen sich nach Auskunft des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) auf 7,7 Millionen Franken pro Jahr. In der Schweiz stellt laut Seco kein Hersteller Geräte der betroffenen Kategorie her.

Geben die Importeure die Preisvorteile weiter, dürften die Geräte für die Kundinnen und Kunden leicht günstiger werden. Hintergrund der Zollbefreiung bildet eine Rüge der Welthandelsorganisation (WTO). Im Rahmen eines WTO-Verfahrens wurde die EU für ihre Zolltarife kritisiert. Die Schweiz wendet die gleichen Zolltarife an und muss sich deshalb auch anpassen.

Der neue Zolltarif wird ab dem 1. Januar 2012 angewandt. Solange das Parlament die angepasste Schweizer WTO-Verpflichtungsliste noch nicht genehmigt hat, gilt die neue Regelung provisorisch.

Umsatz der Schweizer IT-Branche stagniert

Der Schweizer Markt für Informations- und Kommunikationstechnologie (ITC) dürfte 2011 fast auf Vorjahresniveau verharren. Der Umsatz der Branche legt gemäss Prognosen des Wirtschaftsverband für die digitale Schweiz (Swico) um 0,1 Prozent auf 21,5 Milliarden Euro zu.

Der europäische Markt hingegen verliert. In der EU wird im laufenden Jahr voraussichtlich 665 Milliarden Euro mit Computern, Smartphones, IT-Services und Computer-Software umgesetzt. Das sind 0,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Swico stützt sich bei den Prognosen auf die Daten des European Information Technology Observatory (EITO).

Europaweit hätten sich insbesondere die Veränderungen auf dem PC-Markt auf die Prognosen ausgewirkt, liess sich Swico-Präsident Andreas Knöpfli in der Mitteilung zitieren. Der Umsatz mit Personal Computern (PC) sinke sowohl in der Schweiz als auch in Europa zweistellig.

«Der starke Rückgang ist in erster Linie auf die neuartigen Tablet-PC zurückzuführen», erklärte Knöpfli weiter. Bei vielen Privatkunden hätten Tablet-Computer die Anschaffung eines PCs ersetzt.

Mehr Handys und Smartphones verkauft

Als erfreulich bezeichnet Swico hingegen die Entwicklung in der Kommunikationstechnologie. Der Umsatz in diesem Segment wird gemäss Mitteilung in der Schweiz um 4,8 Prozent auf fast 1,3 Milliarden Euro steigen. Europaweit erwarten die Experten ein Plus von 2 Prozent auf 75 Milliarden Euro.

Dabei wird der Umsatz mit Handys und Smartphones in der Schweiz auf 647 Millionen Euro geschätzt, ein Plus von 5,3 Prozent. Swico rechnet überdies auch im Segment IT-Services und im Software-Markt in diesem Jahr mit einem Umsatzplus.

2012 dürften sich die Ausgaben für Personal Computer wieder stabilisieren. Dies führe zu einer positiven Entwicklung des gesamten Markts in der Schweiz, hiess es. Gemäss EITO-Prognosen dürfte in der Schweiz im kommenden Jahr 21,8 Milliarden Euro mit Informations- und Kommunikationstechnologie umgesetzt werden. Das entspräche einem Plus von 1,4 Prozent.

(tno/vst/sda)

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