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Jede achte Person musste in ein Spital

Ein Spitaltag kostete durchschnittlich 1284 Franken. (Bild: Keystone)

Eine knappe Million Personen haben sich im vergangenen Jahr in der Schweiz in einem Spital behandeln lassen. Dies hat Kosten von insgesamt über 24 Milliarden Franken verursacht.

Veröffentlicht am 26.11.2012

Fast jeder achte Einwohner der Schweiz hat sich im Jahr 2011 in einem Spital behandeln lassen. Insgesamt mussten sich 935'384 Personen in ein Schweizer Spital begeben. Die Behandlungen kosteten insgesamt 24,1 Milliarden Franken.

Die Gesamtkosten der Spitäler stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 3,4 Prozent, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Montag mitteilte. Davon waren fast 64 Prozent Personalkosten.

Ein Spitaltag kostete durchschnittlich 1284 Franken. Allerdings längst nicht in jedem Spital: Ein Spitaltag in einem Akutspital kam mit durchschnittlich 1690 Franken deutlich teurer; ein Tag in der Psychiatrie kostete 649 Franken und in der Rehabilitation/Geriatrie 672 Franken.

Nicht nur die Kosten, sondern auch die Anzahl Hospitalisierungen nahmen zu: 2011 registrierte das BFS 1,36 Millionen Hospitalisierungen, das sind 1,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Bevölkerung wuchs während der Zeit allerdings auch um 1,1 Prozent. Insgesamt behandelten Schweizer Spitäler 36'853 Personen pro Tag.

Mit 87,3 Prozent wurde die Mehrheit der Patienten in Akutspitälern betreut. 5,3 Prozent - also etwa jeder zwanzigste Patient - wurden in psychiatrischen Kliniken behandelt. Die übrigen 7 Prozent machten vor allem Patienten der Rehabilitation und Geriatrie aus.

Knochenbrüche und Schwangerschaften

Bei Männern im Alter von 15 bis 69 Jahren waren Verletzungen - vor allem Knochenbrüche - der Hauptgrund für den Spitalaufenthalt. Insgesamt zählte das BFS 64'700 solche Fälle.

Bei den Frauen derselben Altersklasse waren Entbindungen und Schwangerschaften die häufigste Ursache für den Spitaleintritt - insgesamt 96'700 Mal. Wegen Erkrankungen des Bewegungsapparates wie Arthrosen oder Rückenprobleme mussten die Frauen dieser Altersklasse in 57'200 Fällen ins Spital.

Menschen ab 70 Jahren litten am meisten an anderen Krankheiten. Die Männer mussten am häufigsten wegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie ischämische Herzkrankheiten oder Herzinsuffizienz ins Spital. Bei den Frauen dieser Altersklasse verteilten sich die Ursachen gleichmässig auf Knochenbrüche, Erkrankungen des Bewegungsapparates und Herz-Kreislauf-Erkrankungen (je 40'000 Fälle).

9,5 Tage im Spital

Durchschnittlich blieb ein Patient im vergangenen Jahr 9,5 Tage in einem Spital - 2 Stunden und 40 Minuten weniger als 2010. In den Aktuspitälern lag die Aufenthaltsdauer bei 7,5 Tagen. Die Patienten der Psychiatrien blieben 39 Tage und jene der Rehabilitation 24 Tage.

Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Behandlungsdauer in den Akutspitälern um 0,2 Prozent. In den Psychiatrien und den anderen Institutionen wie etwa Rehabilitation sank sie um durchschnittlich 0,3 Prozent.

Die fast eine Million Patienten wurden von 181'282 Angestellten der Spitäler betreut. Insgesamt zählte das BFS für das Jahr 2011 140'950 Vollzeitstellen. Der Personalbestand nahm im Vergleich zum Vorjahr nur leicht um 1,1 Prozent zu. 79 Prozent der Angestellten waren in Spitälern für allgemeine Pflege beschäftigt.

Das Spitalpersonal bestand unter anderem aus 14 Prozent Ärzten und 42 Prozent Pflegepersonal. 60,7 Prozent der Ärzte verfügten über eine Schweizer Staatsbürgerschaft, 24,1 Prozent waren Deutsche, 5,1 Prozent Franzosen oder Italiener und 10 Prozent hatten eine andere Staatszugehörigkeit.

(rcv/sda)

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