Die Schweiz profitiert nach Ansicht von KOF-Chef Jan-Egbert Sturm teilweise von der Eurokrise. Es komme derzeit viel Geld aus Südeuropa in die Schweiz und Schweizer würden ihr Geld auch vermehrt in der Schweiz anlegen, stellt Sturm in einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger» fest. Die weltweite konjunkturelle Lage sei nicht so schlecht, wie man sie jetzt aus europäischer Sicht wahrnehme.

In Deutschland, wo die Wirtschaft ebenfalls gut laufe, komme es zu Lohnerhöhungen, und in der Schweiz würden die Konsumentenpreise sinken. Das führe in beiden Fällen zu mehr Kaufkraft und stimuliere den Konsum. Zudem gebe es nach wie vor ein Bevölkerungswachstum, das zu Wirtschaftswachstum führe.

Im Vergleich zum Vorjahr sei die Schweizer Wirtschaft (BIP) im ersten Quartal um 2 Prozent gewachsen, gegenüber Ende 2011 betrage das Wachstum 0,7 Prozent. «Wir haben für das ganze Jahr mit so viel Wachstum gerechnet», so Sturm. Aufgrund der bisher bekannten Zahlen müssten die Prognosen wahrscheinlich nach oben revidiert werden. Er glaube, die Schweizer Wirtschaft werde weiter wachsen.

Für den KOF-Chef wäre es «eine Dummheit» wenn der Euro-Mindestkurs aufgegeben würde. Die Exportindustrie und der Tourismus bekämen dann massive Probleme.

(laf/chb/sda)