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Lange Phase des Wachstums geht zu Ende

Die Wachstumskräfte in der Industrie dürften nachlassen. (Bild: Keystone)

Neuste Konjunkturdaten zur Schweizer Wirtschaft weisen auf eine Abschwächung des Wachstums im zweiten Halbjahr hin. Dies dürfte auch Auswirkungen auf die Beschäftigungslage in der Schweiz haben.

Von Reto Vasella
am 02.09.2011

Am Mittwoch sind verschiedene Konjunkturdaten erschienen, die zeigen, dass eine lange Phase Wachstums zu Ende zu gehen scheint: So ist der Schweizer Einkaufsmanagerindex (PIM) im August auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren gesunken. Auch die vom Seco veröffentlichen Zahlen zeigen beim BIP ein verlangsamtes Wachstum. Ebenso weisen die Detailhandelsumsätze im Juli im Verlgeich zum Juni dieses Jahres eine Rückgang auf.

Dass die Wachstumskräfte in der Industrie nachlassen, dürfte auch Folgen für die Beschäftigung in der Schweiz haben. Ursina Kubli, Ökonomin bei der Bank Sarasin, sieht den Arbeitsmarkt zurzeit in extrem robustem Zustand und glaubt, dass die Arbeitslosigkeit von momentan 2,8 auf «maximal auf 3 Prozent steigen wird», also in einem moderaten Masse.


Auch der Chefökonom Schweiz der UBS, Daniel Kalt, glaubt nicht, dass es zu einem plötzlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit kommen wird: «Die Auftragsbücher sind noch voll, zuerst würde man aufs Instrumentarium der Kurzarbeit zurückgreifen», sagt Kalt. Das Problem sei viel mehr, dass wegen der Frankenstärke «die Margen zusammenfallen».

Wachstum immer noch relativ robust

Das Wachstum der  Wirtschaft in der Schweiz (BIP 2. Quartal 2011 verglichen mit Vorjahresquartal: 2,3 Prozent) ist immer noch deutlich grösser als in Deutschland (BIP 2. Quartal 2011: 0,1 Prozent), und dies obwohl dessen Währung bedeutend schwächer ist. Relativ gesehen wächst die Schweizer Wirtschaft laut Kalt also besser und schneller als im umliegenden Europa. «Und auch wenn die Dynamik abnimmt, in anbetracht der Stärke der Schweizer Währung ist das immer noch eine sehr gute Leistung», so der Ökonom.

Für Ursina Kubli von der Bank Sarasin ist die Schweizer Wirtschaft immer noch sehr robust aufgestellt. Zu den Zahlen des Seco sagt die Ökonomin: «Wenn man genauer hinschaut, kann man sehen, dass von der Exportseite her die Wachstumsimpulse wegfallen. Im dritten und vierten Quartal wird man diesen Faktor noch viel stärker spüren.»

(rcv/tno/kgh)

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