Die USA fordern von der Schweiz bis zum Abend ultimativ genaue Informationen über die unversteuerten Vermögen von US-Bürgern in der Schweiz. Laut einem Bericht des «Tages-Anzeigers» wird Michael Ambühl, zuständiger Staatssekretär im Finanzdepartement, das amerikanische Ultimatum «teilweise erfüllen» und den US-Steuerbehörden Daten liefern über die Grössenordnung der in der Schweiz lagernden US-Vermögen und auch Angaben über die Anzahl Konten, die von US-Bürgern in der Schweiz gehalten werden.

Der Bericht nennt dabei keine genauen Quellen und bezieht sich auf eigene Recherchen.

Gemäss involvierten Kreisen habe die Finanzmarktaufsicht Finma in den letzten Monaten unter den Banken mehrere, zum Teil sehr detaillierte Umfragen zum Thema durchgeführt, heisst es. Unbestätigten Schätzungen zufolge lägen demnach in der Schweiz 20 bis 30 Milliarden US-Dollar von Zehntausenden von Kunden. Gefragt worden sei bei den Banken nach Vermögen ab 50'000 Franken. Von dieser Umfrage hätten die Amerikaner Wind bekommen und wollten nun diese Daten, so das Blatt.

Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf hatte dem Ultimatum gestern eine Absage erteilt. «Eine Herausgabe der Kundendaten bis Dienstag wäre Anwendung von Notrecht, und wir wenden hier kein Notrecht an», sagte Widmer-Schlumpf in der «Tagesschau» des Schweizer Fernsehens.

(tno/vst/awp)