1. Home
  2. Konjunktur
  3. Löhne: Staat diskriminiert Frauen stärker als Private

Geld
Löhne: Staat diskriminiert Frauen stärker als Private

Mann und Frau: Die Lohnunterschiede sind teils gewaltig. Keystone

Eigentlich sehen sich Bund, Kantone und Gemeinden bei der Gleichstellung von Mann und Frau als Vorbild. Doch mit der Lohngleichheit harzt es offenbar noch stärker als bei privaten Firmen.

Veröffentlicht am 09.07.2017

Eigentlich sehen sich Bund, Kantone und Gemeinden als Vorbild, wenn es um die Gleichstellung von Mann und Frau geht. Doch mit der Lohngleichheit harzt es im öffentlichen Sektor stark, noch stärker gar als bei privaten Firmen, wie die «NZZ am Sonntag» berichtet. Dies zeigen die jüngsten Daten, auf deren Basis der Bundesrat nun neue Massnahmen gegen die Lohndiskriminierung beschlossen hat.

Demnach beträgt der Lohnunterschied im öffentlichen Sektor im Schnitt 1457 Franken pro Monat. Davon lassen sich 42 Prozent oder umgerechnet 608 Franken mit objektiven Faktoren nicht erklären, was auf Diskriminierung hinweist. In der Privatwirtschaft ist dieser Anteil geringer: Von der Lohndifferenz von 1495 Franken bleiben dort 39 Prozent oder 585 Franken pro Monat unerklärbar.

«Arbeitgeber müssen endlich vorwärts machen»

Die Gewerkschaft des öffentlichen Personals kritisiert diese Entwicklung in der «NZZ am Sonntag» scharf. Dass der Anteil der unerklärbaren Lohndifferenz zuletzt sogar noch gestiegen ist, sei ernüchternd: «Die Arbeitgeber im öffentlichen Sektor müssen endlich vorwärts machen.»

Die Arbeitgeber sehen in diesen Zahlen indes einen weiteren Beleg dafür, dass diese Statistik keine brauchbaren Resultate liefert. Darum, sagt Arbeitgeberdirektor Roland Müller, sei es höchst fragwürdig, dass der Bundesrat gestützt auf solche Daten staatlich verordnete Lohnkontrollen einführen wolle.

(moh)

Anzeige