Die Schweizer Maschinenindustrie spürt die Aufhebung des Euro-Mindestkurses deutlich. Dies geht aus einer Umfrage des Branchenverbandes Swissmem hervor. Hauptsächlich drückt der starke Franken auf die Gewinnmarge.

So klagen 92 Prozent der von Swissmem befragten Unternehmen über Auftrags- und Umsatzeinbussen sowie insbesondere über Margenrückgänge. Rund jedes zweite Unternehmen sah sich in Anbetracht des hohen Exportanteils gezwungen, mit Preissenkungen zu reagieren, wie aus einer Medienmitteilung vom Donnerstag hervorgeht.

Kleiner Anteil der Firmen spart am Personal

Der Anteil der Unternehmen, welche die erlittenen Verluste über die Personalkosten zu kompensieren versucht, liegt laut Swissmem bisher im einstelligen Prozentbereich. Hingegen streben knapp zwei Drittel der befragten Unternehmen Effizienzsteigerungen an. Gut jeder zweite Betrieb setzt zudem auf eine strikte Kontrolle der Produktionskosten.

Aber auch die Verlagerung von Teilen der Produktion ins Ausland ist ein Thema: So planen 16 Prozent der befragten Unternehmen einen solchen Schritt, falls sich der Wechselkurs bei 1,05 Franken pro Euro einpendeln sollte. 9 Prozent fassen in diesem Fall die Verlagerung der Forschung und Entwicklung ins Auge.

Insgesamt rechnen 31 Prozent der befragten Unternehmen im laufenden Geschäftsjahr mit einem operativen Verlust. Dies betreffe KMU und grössere Betriebe gleichermassen, heisst es von Seiten des Branchenverbands. Jedoch hält Swissmem fest, dass kleine Unternehmen tendenziell weniger Handlungsspielraum haben.

Längerfristig wird es laut Swissmem vielen Verbandsmitgliedern trotz allem gelingen, die Aufwertung des Frankens auszugleichen. Der Branchenverband rechnet nicht mit einem Verschwinden der Schweizer Industrie.

(sda/me)

 

Anzeige