Der Finanzsektor ist traditionell wichtig für Zürich. Seit rund zwanzig Jahren und nach wie vor ist er das wichtigste wirtschaftliche Standbein der Region. «Jeder fünfte Wertschöpfungsfranken und jeder zehnte Arbeitsplatz hängen direkt von der Finanzindustrie ab», heisst es im neuen Cluster-Bericht des Kantons Zürich, der die Jahre 2011 bis 2013 abdeckt. Im Kanton Zürich werden 43 Prozent der gesamten Schweizer Bruttowertschöpfung der Finanzindustrie erwirtschaftet.

Überdurchschnittlich stark haben sich in den vergangenen Jahren die Versicherungen entwickelt – vor allem gilt das für die Rückversicherer. «In Nachbarschaft zum Marktführer Swiss Re ist ein vielfältiges Netz von kleineren und mittelgrossen Anbietern entstanden.»

Florierender Life-Science-Sektor in und um Zürich

Doch in der Diskussion um den Umbruch der Finanzwelt wird vergessen: In den vergangenen Jahren hat sich in Zürich ein florierender Life-Science-Sektor gebildet. Immer wichtiger werdem auch Informations- und Kommunikationstechnologie. Ebenso die kreative Wirtschaft. «Abseits der Diskussionen um die Zukunft unseres Bankenplatzes entwickelt eine wachsende Zahl an Medizintechnikunternehmen zum Beispiel neuartige Medikamente oder biologisch abbaubare Implantate», so der Cluster-Bericht.

Dass es dem Standort Zürich fünf Jahre nach der Finanzkrise wirtschaftlich so gut geht, liegt also auch an den vielen anderen spriessenden Wirtschaftsbranchen. Gemessen an der gesamten Wertschöpfung der Region Zürich ist die Life-Science-Industrie zwar noch immer klein, ihr Anteil innerhalb der Schweiz liegt aber immerhin schon bei 10 Prozent.

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Rund 30 Firmen und Startups im Bio-Technopark in Schlieren

Und der Trend zeigt nach oben. Zentrum ist der Bio-Technopark in Zürich-Schlieren: Wo früher Aufzüge und Waggons montiert wurden, arbeiten heute rund 30 Startups und etablierte Firmen an neuartigen Medikamenten und Diagnostika oder biologisch abbaubaren Implantaten. Ein wichtiger Grund für die Magnetwirkung laut Bericht: Auf dem ehemaligen Industriegelände werden nicht nur Büros und Lager vermietet, sondern auch fachspezifische Laborinfrastruktur.

Immer wichtiger für Zürich ist auch die Informations- und Kommunikationstechnologie. Zürich hat sich zum Zentrum der helvetischen ICT-Branche gemausert. «Kein anderer Kanton zählt auf diesem Gebiet mehr Fachkräfte und Firmengründungen», heisst es in dem Bericht. In den vergangenen Jahren haben sich internationale Grosskonzerne wie Google oder Disney Research an der Limmat niedergelassen.

Game-Studios siedeln sich in und um Zürich an

IBM ist schon seit mehreren Jahrzehnten mit einem renommierten Forschungs- und Entwicklungszentrum präsent. Und die Zahl der Start-ups hat markant zugenommen. Über die schwierige Startphase hinweg helfen verschiedene Gründungszentren und Business-Inkubatoren.

Zu einem massgeblichen Wirtschaftsfaktor ist in den vergangenen Jahren demnach auch die Zürcher Kreativwirtschaft geworden. «Sie steht unter anderem für überzeugendes Produktdesign
 und zugkräftige Marketingkampagnen, die einen Mehrwert für die anderen Wirtschaftsbereiche schaffen.» Ein erfolgversprechendes Potenzial besitzt Zürich demnach in Nischen wie Games, neue Medien oder Design. So konzentriert sich in und um Zürich eine florierende Szene aus unabhängigen Spiele-Entwicklern, grösseren Game-Studios und Forschungseinrichtungen, etwa im Bereich der Computergrafik.

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Kreativwirtschaft steigert die Lebensqualität

«Die wichtigsten Treiber sind die langjährige Tradition in den Bereichen Forschung und Gestaltung in Zürich», sagt Dominik Marosi, Organisator des Ludicious-Game-Festivals, das im September zum ersten Mal stattfinden und der Szene eine international sichtbare Bühne bieten wird.

Ganz abgesehen von diesen wirtschaftlichen Kriterien ist natürlich auch klar: Die lebendige Kulturszene steigert die Zürcher Lebensqualität.