Die Beschäftigung in der Schweiz ist im ersten Quartal 2012 im Vergleich zur Vorjahresperiode leicht gestiegen. Die Zahl der offenen Stellen sank aber deutlich. Das geht aus dem vom Bundesamt für Statistik (BFS) veröffentlichten Beschäftigungsbarometer hervor.

Insgesamt gingen im ersten Quartal in der Schweiz 4,049 Millionen Menschen einer Beschäftigung nach. Dies entspricht einer Zunahme von 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr Im Vergleich zum Vorquartal betrug das Wachstum saisonbereinigt 0,3 Prozent.

Alle Regionen der Schweiz zählten mehr Beschäftigte als im Vorjahr. Besonders stark war die Zunahme jedoch im Espace Mittelland (+2,2 Prozent), in Zürich (+1,8 Prozent) und in der Zentralschweiz (+1,5 Prozent).

Qualifiziertes Personal ist rar

Rund 50'600 Stellen waren im ersten Quartal nicht besetzt. Dies entspricht einer leichten Zunahme gegenüber dem Vorquartal. Im Vergleich zu 2011 sank die Zahl hingegen um satte 9 Prozent respektive rund 5000 Stellen.

Trotz dem Rückgang bei den offenen Stellen wurde es für die Unternehmen nicht einfacher, qualifiziertes Personal zu finden: 32 Prozent der Unternehmen gaben in der Umfrage des BFS Rekrutierungsprobleme an, ein Plus von 0,1 Prozentpunkten.

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Der Fachkräftemangel trifft einige Branchen besonders stark: Im Maschinenbau und in der Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten und Uhren bekundet mehr als die Hälfte der Unternehmen Probleme bei der Einstellung gelernter Arbeitskräfte.

Weniger Stellen im Gastgewerbe

Zwischen den Branchen gibt es ebenfalls grosse Unterschiede, was die Entwicklung der Zahl der Beschäftigten betrifft. Das Gastgwerbe etwa verlor innerhalb eines Jahres 7000 Stellen (-3,5 Prozent). Auch im Detailhandel wurden 3000 Personen weniger beschäftigt (-0,8 Prozent).

Andere Branchen des Dienstleistungssektor konnten hingegen zulegen: Im Gesundheitswesen arbeiteten 7000 Personen mehr (+2,3 Prozent); im Bereich Erziehung und Unterricht ebenfalls (+2,7 Prozent).

Im Gewerbe- und Industriesektor verzeichneten die meisten Branchen in etwa gleich viele Beschäftigte wie im Vorjahr. Bei den Datenverarbeitungsgeräten- und Uhrenherstellern (+5,4 Prozent) sowie auf dem Bau (+1,7 Prozent) arbeiteten dagegen 5000 Personen mehr.

Leichte Zunahme erwartet

Das BFS geht davon aus, dass auch im nächsten Quartal die Beschäftigung leicht steigen dürfte. Die Unternehmen gaben in der Umfrage an, im kommenden Quartal den Personalbestand leicht erhöhen zu wollen.

Der Indikator der Beschäftigungsaussichten lag bei 1,04 (1,0 = befragte Unternehmen wollen Beschäftigung unverändert lassen). Dies entspricht im Jahresvergleich einer Abnahme um 1,6 Prozent. Damit sank der Indikator das dritte Quartal in Folge.

(vst/tno/sda)