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Mehr Wettbewerb im Gesundheitssektor gefordert

Eine Allianz von drei grossen Krankenkassen tritt für mehr Wettbewerb im Gesundheitssektor ein. Dieser soll wie jeder andere Sektor behandelt werden.

Veröffentlicht am 06.08.2011

Die neue Allianz dreier grosser Krankenkassen will mehr Wettbewerb im Gesundheitssektor. Aus Sicht des Präsidenten der Allianz, Heinz Locher, wird der Bürger im heutigen System bevormundet. Der Gesundheitssektor solle wie jeder andere Sektor behandelt werden.

Der Staat solle das Gesundheitswesen nicht bis ins letzte Detail regeln, sondern die Teilnehmer am Markt ihre eigenen Modelle entwerfen lassen, sagte der Ökonom Heinz Locher, Präsident der Allianz Schweizer Krankenversicherer (ASK) in einem Interview, das am Samstag in den Westschweizer Zeitungen «24 heures» und «Tribune de Genève» erschien.

Heute sei es beispielsweise nicht möglich, einen Vertrag für die Grundversicherung über fünf Jahre abzuschliessen, sagte Locher. «Der Gesetzgeber fand, die Bürger seien dazu zu dumm.»

Ein Dorn im Auge sind Locher vor allem «gewisse Westschweizer Regierungsräte». Sie wollten eine Politik, bei welcher der Staat die Spitäler, Kliniken und Medikamente auswähle. Nicht antasten will Locher jedoch das Obligatorium einer Grundversicherung.

«Liberalismus bedeutet nicht Anarchie»

Krankenversicherer müssten aber auch Gewinne schreiben dürfen, genauso wie Pharmaunternehmen wie Novartis oder Roche, sagte Locher weiter. In der Grundversicherung ist es den Krankenkassen heute nicht erlaubt, einen Gewinn zu erwirtschaften.

Neue Achse

Die Krankenversicherer Sanitas, Groupe Mutuel und Helsana hatten im Juli die ASK gegründet, um gegen Regulierung und Fehlanreize im Gesundheitswesen anzukämpfen. Sanitas kündigte kurz zuvor ihren Austritt aus dem Dachverband santésuisse an, weil sich die Krankenkasse in wichtigen Fragen nicht mehr vertreten fühlte.

Die Allianz soll den Krankenkassendachverband santésuisse nicht ersetzen, aber die neue Organisation soll laut dem Berner Gesundheitsökonomen Locher eine zusätzliche strategische Achse bieten. Groupe Mutuel und Helsana gehören weiterhin santésuisse an.

(rcv/sda)

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