Moddy's verschont die Schweiz vom Abstufungs-«Massaker». So bestätigte die Ratingagentur, dass sie an der Bewertung «AAA» der Eidgenossenschaft nicht rütteln will. Begründet wird dieser Entscheid mit dem hohen Level des Landes in Sachen Wirtschaft, Institutionen und Währung.

Die Kreditwürdigkeit des Landes sei mit einem sehr kleinen Risiko verbunden. Die Beurteilung der wirtschaftlichen Stärke widerspiegle die hoch entwickelte und breit abgestützte Wirtschaft. Die Ratingagentur bescheinigt der Schweiz desweiteren eine hohe Umsicht bei der Steuerpolitik, eine tiefe Inflation und eine starke Position als Gläubigerin.

Schweiz muss Probleme bei Sozialwerken lösen

Die Regierung und die Gesetzgebung des Landes seien sehr robust und das System hochtransparent und stabil. Moody's glaubt zudem, dass der staatliche Schuldenberg auch in den kommenden Jahren auf einem sehr tiefen Niveau verharren werde.

Die Ratingagentur sieht aber dennoch einige mittel- und langfristige Herausforderungen, welche die Schweiz beschäftigen werden. Als Beispiel werden die Sozialwerke genannt, welche angesichts der Überalterung der Bevölkerung künftig einem finanziellen Druck ausgesetzt sein werden.

Frankreich und Italien wurden abgestuft

Verschiedene Nachbarländer der Schweiz mussten in letzter Zeit bei ihren Ratings Federn lassen. So stufte die Agentur Standard & Poor's Frankreich, Österreich und Italien herab, dazu auch Spanien, Portugal, die Slowakei, Slowenien, Malta und Zypern. In der Folge büsste auch der Euro-Rettungsschirm EFSF sein Top-Rating ein. Die Märkte reagierten allerdings gelassen auf die Herabstufungen.

(muv/vst/chb/sda)