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Vorstoss
Negativzinsen: Nationalbank lässt Banken auflaufen

Die Schweizerische Bankiervereinigung hat bei der Nationalbank versucht, für die Institute eine andere Lastenverteilung der Negativzinsen zu erreichen – und ist damit gescheitert. Die SNB bleibt hart.

Veröffentlicht am 11.09.2016

Die Schweizerische Bankiervereinigung hat versucht, bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB) Korrekturen des seit Januar 2015 geltenden Negativzins-Regimes durchzusetzen. Ziel war eine andere Lastenverteilung innerhalb des Bankensektors. Der Vorstoss wurde jedoch von der SNB abgeblockt.

«Die Banken sind aufgrund der Ausgestaltung der Freibeträge unterschiedlich stark von den Negativzinsen betroffen», sagt Patrick Odier, der am Donnerstag das Präsidentenamt bei der Bankiervereinigung abgibt, der «NZZ am Sonntag». Ausgerechnet Institute, die überwiegend oder ausschliesslich Vermögensverwaltung betreiben würden, müssten überproportional viel bezahlen, so Odier. Dabei sei ihre Bilanz weniger risikobehaftet.

SNB will an aktueller Regelung festhalten

«Leider haben Diskussionen mit der Nationalbank, wo wir auf diesen Umstand aufmerksam gemacht haben, bisher keine Veränderung bewirkt.» Banken müssen Negativzinsen auf Giroguthaben bezahlen, die das 20-Fache ihres Mindestreserve-Solls überschreiten. Im Juni 2016 hatten die beiden Grossbanken gemäss Bericht das 26-Fache ihres Solls bei der Nationalbank deponiert, die Kantonalbanken knapp das 24-Fache.

Alle Schweizer Banken hatten im Durchschnitt knapp das 29-Fache ihres Mindestreserve-Solls angelegt, also deutlich mehr. Das belegt die starke Belastung der Privatbanken. Die SNB äussert sich auf Anfrage nicht zu konkreten Gesprächen, erklärt aber, an der aktuellen Regelung festhalten zu wollen.

(moh)

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