Die Schweiz gehört 2017 einmal mehr zur absoluten Weltspitze der wettbewerbsfähigsten Länder. Im Vergleich zum Vorjahr konnte der zweite Platz hinter Hongkong verteidigt werden, wie das heute publizierte Ranking des renommierten IMD in Lausanne zeigt. Vor allem dank der guten Infrastruktur, weltweit unerreicht, schnitt die Schweiz so gut ab.

«Verbessert hat sich die Schweiz mit Blick auf die digitale Infrastruktur: Sie ist etwa die Nummer eins bei Eigentumsrechten und gibt gemessen am Bruttoinlandprodukt am meisten Geld für Forschung und Entwicklung aus», sagt Arturo Bris, Direktor des IMD World Competitiveness Center im Interview.

Schweiz: gute Infrastruktur, mässige Wirtschaftsperformance

Dass es nicht zur absoluten Weltspitze reicht, liegt an der vergleichsweise schwachen wirtschaftlichen Performance. «Die Schweiz ist ein teures Land mit einer sehr teuren Währung. Das spiegelt sich in den ausländischen Investitionen, die massiv weniger ins Land strömen als früher», so Bris. Hier sei die Schweiz gegenüber Vorjahr um fast 50 Plätze auf Rang 62 abgerutscht.

Seit bald 30 Jahren veröffentlicht das Lausanner IMD regelmässig das international viel beachtete Ranking zur wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit. In den vergangenen Jahren positionierte sich die Schweiz bis auf 2015, als der Frankenschock enorm belastete, regelmässig auf dem zweiten Platz.

China macht einen grossen Sprung nach oben

Die Schweiz erweise sich als «sehr widerstandsfähig», so Bris. Die Exportwirtschaft sei sehr agil und gut gerüstet für die Veränderungen am Weltmarkt. Hinter Hongkong und der Schweiz schafft es Singapur in diesem Jahr auf den Bronze-Rang. Die US-Wirtschaft fällt auf den vierten Platz zurück. So schlecht war die grösste Volkswirtschaft der Welt zuletzt vor fünf Jahren platziert. Die Niederlande rückt von Rang acht auf fünf vor.

Anzeige

Einen grossen Wandel macht das IMD in China aus: Das Land springt um sieben Plätze nach oben auf Rang 18. Als Begründung nennt das IMD die zahlreichen Reformen des Landes, die zur Öffnung Chinas beigetragen und die Produktivität erhöht hätten. «Peking hat die Korruption bekämpft und den Einfluss des öffentlichen Sektors verringert», so Bris.

Digital hat die Schweiz Luft nach oben

Zum ersten Mal untersuchten die IMD-Experten in diesem Jahr auch die digitale Wettbewerbsfähigkeit der Länder: Auch hier gehört die Schweiz zu den Top Ten weltweit. Doch vor allem die skandinavischen Länder sind noch besser platziert. Ganz oben rangiert Singapur, gefolgt von Schweden, den USA, Finnland und Dänemark. Die Schweiz müsse vor allem an der digitalen Ausbildung arbeiten, um für die Zukunft gewappnet zu sein, so IMD-Direktor Bris. Bei der digitalen Infrastruktur sei das Land hingegen absolute Weltspitze.

Die besten Business Schools der Welt: