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Ökonomen erwarten mehr Wachstum

Die Schweizer Wirtschaft kann sich über gute Prognosen freuen - doch es gibt globale Stolpersteine. (Bild: Keystone)

Gute Prognosen für die Schweizer Wirtschaft: Ökonomen des Seco und der Nationalbank haben ihre Prognosen für das laufende Jahr erhöht. Der starke Franken könnte die Aussichten aber trüben.

Veröffentlicht am 17.03.2011

Als das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco)  Mitte Dezember zuletzt eine Prognose abgab, lag die Einschätzung bei 1,5 Prozent Wachstum. Nun erhalte die Schweizer Wirtschaft Auftrieb durch die gute Entwicklung der Konjunktur in vielen Teilen der Welt, hiess es am Morgen beim Seco. Die Experten erwarten 2,1 Prozent Zunahme der Wirtschaftsleistung.

Vor allem die Pharmaindustrie wirkt demnach als Konjunkturstütze, da sie weniger stark als andere Branchen unter dem starken Franken leidet. Damit habe sie bisher den Export getragen. Von einer "robusten Entwicklung" zu sprechen, sei aber, so die Ökonomen, noch zu früh: Vor allem die Maschinenbau-, Elektro- und Metallindustrie habe es angesichts des Frankenhochs schwer.

Risiken aus dem Ausland

Neben dem starken Franken stellen auch weiterhin dramatische Schuldenprobleme in vielen Ländern und die unklaren wirtschaftlichen Folgen der Atomkatastrophe in Japan mögliche Stolpersteine dar. Auch die Lage in den USA, wo die Immobilienkrise noch nicht ausgestanden sei, beunruhigt das Seco.

Zudem werde der globale Wirtschaftskreislauf durch hohe Rohstoffpreise wie beispielsweise beim Erdöl belastet. Die Ökonomen erwarten weiterhin negative Auswirkungen auf den Export und damit auf die Gesamtwirtschaft. Für 2012 sagt die Bundesstelle wie schon im Dezember ein Wachstum von 1,9 Prozent voraus.

SNB erhöht Prognose

Auch die Schweizer Notenbanker haben ihre Wachstumsprognose für 2011 erhöht. Im laufenden Jahr erwarten die Ökonomen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) ein robustes Wachstum der Schweizer Wirtschaft von rund 2,0 Prozent. Bislang hatten sie mit rund 1,5 Prozent gerechnet.

Trotz der offenen Geldschleusen besteht aber laut SNB keine Inflationsgefahr. Die Volkswirte erhöhten die Teuerungsprognose für das laufende Jahr zwar von rund 0,4 auf 0,8  Prozent und für 2012 leicht von 1,0 auf 1,1 Prozent. Damit liegt der Preisauftrieb aber noch deutlich unter der Schwelle von zwei Prozent, bis zu der Notenbanker von Preisstabilität sprechen.

(tno/laf/sda/awp)

 

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