Ökonomen und Analysten sind für den weiteren Verlauf der Schweizer Konjunktur in den nächsten Monaten deutlich optimistischer. Der Indikator, den die Credit Suisse (CS) gemeinsam mit dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) berechnet, ist im April zum ersten Mal seit dem vergangenen August in den positiven Bereich zurückgekehrt. Der Index liegt jetzt bei 8,8 Punkten, nach minus 13,5 Zählern im Vormonat.

Der Anteil der Experten, die für die kommenden sechs Monate mit einer Verbesserung der Konjunkturdynamik rechnen, stieg um fast 10 Prozentpunkte auf 20,6 Prozent. Von einer Verlangsamung gingen nur noch 11,8 Prozent aus. Die überwiegende Mehrheit ist allerdings der Meinung, dass das Niveau sich weitgehen hält. Der ZEW Indikator ergibt sich aus dem Saldo der Antworten "Verbessern" und "Verschlechtern" (20,6 minus 11,8 ergibt +8,8).

Inflation dürfte steigen

Eine grosse Mehrheit der Befragten rechnet damit, dass die Inflation in der Schweiz in den kommenden Monaten ansteigt. Der Anteil stieg um 11,6 Prozentpunkte aus 76,5 Prozent. Nur 2,9 Prozent der Experten gehen davon aus, dass die Teuerung sich vermindert.. Insgesamt stieg der Saldo der Inflationserwartungen weiter an und erreichte nach 64,9 Punkten im Vormonat nun 73,6 Punkte.

Ein Grossteil der Finanzmarktexperten rechnet damit, dass es in den kommenden Monaten zu einem Zinsanstieg kommt. Der Anteil stieg um 11,8 Prozentpunkte auf 79,4 Prozent. Lediglich 17,7 Prozent glauben noch, dass das kurzfristige Zinsumfeld über diesen Zeithorizont unverändert bleiben wird. Der Saldo des entsprechenden Indikators steht damit bei 76,5 Punkten.

Die Erwartungen für den Wechselkurs von Euro und Franken bleiben fast unverändert. Genau die Hälfte der Befragten erwartet einen stabilen Wechselkurs.

Die Umfrage unter 74 Analysten wurde zwischen dem 5. und 11. April 2011 durchgeführt. Die Aussagekraft des Indikators wird zum Teil kritisiert, da er lediglich die Stimmung an den Finanzmärkten widerspiegelt.

(laf/cms/awp)

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