Der Euro ist gegenüber dem Franken auf 1.24 gestiegen. Einen guten Zeitpunkt, nun den Mindestkurs aufzugeben, sieht Ex-UBS-Chef Oswald Grübel aber noch nicht gekommen. «Der Euro müsste erst über 1.30 Franken steigen und die SNB in der Lage sein, die Devisenreserven erheblich abzubauen, bevor wir daran denken könnten, den Mindestkurs von 1.20 Franken aufzugeben», schreibt Grübel in der Zeitung «Der Sonntag».

Die Abschwächung des Frankens gegenüber dem Euro sei weniger dem Mindestkurs als den Minuszinsen für den Franken und der derzeitigen Erholung des Euros gegenüber anderen Währungen zu verdanken, so der ehemalige CEO der UBS. Er weist darauf hin, dass die Schweiz im Verhältnis zum Bruttoinlandprodukt die grössten Devisenreserven der Welt aufgebaut habe: «Die Bilanzsumme der SNB beträgt circa 70 Prozent vom BIP, diejenige der Europäischen Zentralbank für die Eurozone nur circa 30 Prozent.»

Es sei anzunehmen, dass der politische Wille, den Franken weiter abzuschwächen, nachlassen werde, wenn die Bilanzsumme der SNB 100 Prozent des Bruttoinlandprodukts erreiche, so Grübel.

Er vermutet, dass der Euro noch eine Weile steigen wird, «denn die grössten Ängste sind beschwichtigt und werden vielleicht erst wieder im September, nach den Wahlen in Deutschland, aufflackern». Denn dann komme die Erkenntnis, dass die Staatsschulden in der Eurozone weiter gestiegen sind, das Wirtschaftswachstum dagegen nicht.

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(tno/chb)