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Rohstoffhandel steuert Schweizer Konjunktur

Der Handel mit Öl und anderen Rohstoffen trägt mehr zum Schweizer BIP bei als der Tourismus. (Bild: Keystone)

Der Handel mit Öl, Kaffee oder Metall machte 2010 die Hälfte des Schweizer Wirtschaftswachstums aus. Arbeitsplätze stehen dahinter aber kaum. Für Experten ist daher klar: Das Wachstum wird überschätzt

Veröffentlicht am 29.06.2011

Der Transithandel, bei dem in der Schweiz ansässige Firmen Rohstoffe im Ausland kaufen und anderswo wieder verkaufen, hat im letzten Jahr um 46 Prozent auf über 17 Milliarden Franken zugenommen. Vor zehn Jahren war es erst gut eine Milliarde gewesen.  

Die Branche ist heute eine Macht. Das Geschäft der paar Tausend Öl-, Kaffee- oder Metallhändler macht bereits drei Prozent des Bruttoinlandprodukts der Schweiz aus, mehr als der gesamte Tourismus mit seinen 145'000 Beschäftigten.

Im Jahr 2010 stammte die Hälfte des inflationsbereinigten Wirtschaftswachstums von 2,6 Prozent allein von Firmen wie Glencore, Trafigura, Rosneft, Mercuria oder Gunvor. Für KOF-Ökonom Yngve Abrahamsen ist denn auch klar: «Wir überschätzen das Wachstum. Es sieht rosiger aus, als es wirklich ist.» Vor allem bringt das vom Rohstoffhandel suggerierte Wachstum auch kaum zusätzliche Jobs.

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