Jedes dritte ausländische Unternehmen mit Standorten in der Schweiz zieht eine Abwanderung in Erwägung. Im Standortranking der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsfirma Ernst & Young, das am Morgen publiziert wurde, fiel die Schweiz von Platz zwei auf Platz vier. An der Spitze steht Deutschland, das derzeit stark vom schwachen Euro profitiert, gefolgt von den USA und dem Schwellenland Indien, wo die Löhne deutlich tiefer sind.

Während 2007 noch 24 Prozent der ausländischen Konzerne über eine Verlagerung von Aktivitäten aus der Schweiz nachdachten, waren es 2009 schon 26 Prozent und nun 38 Prozent. Schwellenländer wie China, Indien und Russland sind für Investoren nicht nur wegen tieferer Kosten, sondern auch aufgrund des hohen Wachstums und immer noch zahlreicher unerschlossener Märkte attraktiv.

Einen Schub gäbe dem Standort Schweiz aus Sicht der 700 befragten ausländischen Führungskräfte ein Beitritt zur EU und zum Euroraum: Mehr als zwei Drittel empfehlen der Schweiz diesen Schritt, der politisch derzeit allerdings als chancenlos gilt. Für den Leiter von Ernst & Young Schweiz, Bruno Chiomento, würde sich die Schweiz mit einem Euro-Beitritt «massive Probleme» einhandeln.

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77 Prozent der Investoren glauben trotz einer bereiten Euro-Skepsis in der Bevölkerung indessen, dass die Schweiz für internationale Geldgeber eine interessante Politik umsetze. Punkten kann die Schweiz weiterhin mit einer guten Lebensqualität, einer funktionierenden Infrastruktur und hoher Sicherheit.

(laf/rcv/sda)