Nach den kräftigen Verlusten vom Vortag hoffen die Anleger an der Schweizer Börse auf eine technische Erholung. Der Markt habe in den vergangenen Tagen rund fünf Prozent von seinem Jahreshoch korrigiert, erklärte ein Händler und ergänzte: «Das dürfte für manchen Anleger ein attraktives Einstiegsniveau darstellen.» 

Die Bank Julius Bär berechnete den SMI vorbörslich um 0,1 Prozent leichter auf 8022 Punkten. Der SMI Future notierte kurz nach Handelsbeginn um 0,1 Prozent niedriger auf 8008 Zählern. Am Vortag hatten neue Befürchtungen vor einer Straffung der US-Geldpolitik den Leitindex um 2,3 Prozent einbrechen lassen. 

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Am Vortag hatte ein ranghoher Vertreter der US-Notenbank Fed erklärt, die Erholung am US-Arbeitsmarkt und der Wirtschaft könnte der Fed schon bald eine schrittweise Drosselung der Anleihekäufe erlauben. Bereits jetzt aus dem Programm auszusteigen, sei verfrüht, sagte der Präsident der Fed von Boston, Rosengren. Es sei aber sinnvoll, über einen schrittweisen Ausstieg nachzudenken, sollten sich Arbeitsmarkt und Wirtschaft in den nächsten Monaten weiter erholen. 

Kursrückgang war übertrieben

Händler betrachteten den Kursrückgang vom Vortag als etwas übertrieben. «Die Spekulationen um eine Straffung der US-Geldpolitik dürften genügend eingepreist sein», sagte ein Händler und verwies darauf, dass sich die Verluste der US-Aktien nach Börsenschluss in Europa nicht mehr ausgeweitet hätten und der Dow Jones Index nur um 0,7 Prozent nachgegeben hatte. «Das sollte uns zu einer leichten Erholung verhelfen», sagte der Händler. 

Der Konsum hat die Schweizer Wirtschaft im ersten Quartal 2013 gestützt. Das Bruttoinlandprodukt (BIP) stieg gegenüber dem Vorquartal um 0,6 Prozent. Ökonomen hatten im Schnitt mit 0,2 Prozent Wachstum gerechnet. Der Stromkonzern Alpiq erhält aus dem Verkauf der Beteiligung von 60,89 Prozent an der Societa Elettrica Sopracenerina SA (SES) an die Tessiner PRH Holding 94 Millionen Franken und kann damit seine Verschuldung weiter abbauen. 

Die Bellevue Group hat bis Ende Mai 2013 einen Gewinn von rund sechs Millionen Franken erwirtschaftet. Darin eingeschlossen sind 3,4 Millionen Franken Dividenden aus der Beteiligung an der SIX Group.

(muv/vst/reuters)