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Abwärtstrend
Schweizer Exporte gehen nach Frankenschock zurück

Container im Basler Hafen Kleinhüningen: Verkäufe in die Eurozone nahmen um 9 Prozent ab. Keystone

Im ersten vollen Monat nach dem Ende des Mindestkurses haben Schweizer Firmen weniger exportiert. Nur eine von zehn Branchen kann höhere Absätze vorweisen - und es ist nicht die Uhrenindustrie.

Veröffentlicht am 19.03.2015

Schweizer Unternehmen haben im Februar weniger ins Ausland verkauft als im Vormonat. Dies, nachdem bereits im Januar die Exportzahlen zurückgegangen waren.

9 von 10 Exportbranchen hätten weniger abgesetzt, teilte die Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) am Morgen mit. Nur Bijouterie und Juwelierwaren verzeichneten höhere Absätze als im Vormonat.

Preise gehen zurück

Zudem habe die Mehrheit der Branchen wegen des starken Frankens rückläufige Preise hinnehmen müssen. Der Februar war der erste volle Monat, in welchem der neue Euro-Franken-Kurs nach der Aufhebung der Euro-Untergrenze durch die Schweizerische Nationalbank galt.

Die Exporte seien um 3,9 Prozent zurückgegangen auf 16,1 Milliarden Franken, schrieb die EZV. Die Importe seien noch stärker um 5,3 Prozent gesunken. In der Handelsbilanz habe der Überschuss 2,5 Milliarden Franken betragen.

Abwärtstrend bei den Exportzahlen

Saisonbereinigt seien die Exporte im Februar um 3,2 Prozent zurückgegangen. Das sei die dritte Abnahme in vier Monaten - insgesamt ergebe sich daraus ein Abwärtstrend bei den Exportzahlen, schrieb die EZV.

Die Verkäufe in die Eurozone nahmen um 9 Prozent ab. Nach Asien sanken die Verkäufe um 5 Prozent. Insbesondere nach China brachen die Exporte um 34 Prozent ein. Nach Russland verkauften die Schweizer Unternehmen ebenfalls 34 Prozent weniger. Mehr exportierte die Schweiz lediglich nach Nordamerika.

Uhrenexporte 2 Prozent im Minus

Bei den Schweizer Uhrenexporten resultierte nominal ein Rückgang von 2,0 Prozent auf 1,689 Milliarden Franken, real gingen die Ausfuhren im vergangenen Monat um -1,5 Prozent zurück.

Im Januar 2015 hatten die Uhrenexporte trotz einem insgesamt rückläufigen Aussenhandel noch ein nominales Wachstum von 3,7 Prozent und im Dezember noch ein Plus von 3,8 Prozent verzeichnet. Für die ersten beiden Monate des Jahres liegen die Exporte der Uhrenindustrie noch immer mit 1,0 Prozent im Plus bei 3,338 Milliarden Franken, real beträgt das Plus 0,9 Prozent.

Grossbritannien plus 54 Prozent

Der Rückgang war gemäss den zusätzlichen Angaben des Verbands der Schweizerischen Uhrenindustrie FH zum grossen Teil auf Edelmetall-Uhren zurückzuführen, wo die Stückzahlen zurückgingen. Als einzige Kategorie habe der Export von Uhren mit Exportpreisen von unter 200 CHF gesteigert werden können (Stückzahlen +6,2 Prozent). Die teureren Uhren bildeten sich sowohl bezüglich Stückzahlen wie bezüglich Wert zurück.

Nach Ländern resultierte der schärfste Rückgang bei den Exporten in den wichtigen Markt Hong Kong (-22 Prozent), während die Entwicklung in anderen Märkten günstiger ausfiel. So stiegen die Ausfuhren in die USA um 7,5 Prozent und nach China um 7,0 Prozent. Auch die Ausfuhren nach Europa konnten insgesamt zulegen (+9,4 Prozent) mit klaren Wachstumsraten für Italien (+17,6 Prozent) und Grossbritannien (+54 Prozent). Dagegen fielen die Ausfuhren nach Japan nach einem guten Jahr 2014 den zweiten Monat in Folge deutlich zurück (-15,4 Prozent).

(sda/awp/tno/ama)

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