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Konjunktur

Schweizer Hotels: Weniger Übernachtungen, mehr Chinesen

Shooting im Fotostudio auf dem Titlis. (Bild: Keystone)

Bei Chinesen beliebt, von Europäern immer öfter verschmäht: Die Hotels in der Schweiz haben 2011 weniger Übernachtungen verkauft. Besonders trifft es die Kantone Graubünden, Wallis und Tessin.

Veröffentlicht am 21.02.2012

Schweizer Hotels haben im vergangenen Jahr 2 Prozent weniger Übernachtungen verzeichnet als noch 2010. Ingesamt wurden 35,49 Millionen Logiernächte gezählt, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) mitteilt.

Weniger Übernachtungen wurden insbesondere in den Kantonen Graubünden, Wallis und Tessin registriert. Weniger in Schweizer Hotels übernachteten dabei insbesondere Reisende aus dem Ausland. Für sie errechnete das BFS einen Rückgang von 3,5 Prozent. Bei Übernachtungen von Schweizerinnen und Schweizern gab es dagegen lediglich einen leichten Rückgang von 0,1 Prozent.

Eine Abnahme von Übernachtungen verzeichnete die Hotellerie gemäss Communiqué vor allem in der zweiten Jahreshälfte. Während von Januar bis Juni die Zahl der Logiernächte stabil blieben, gingen sie von Juli bis Dezember um 7,5 Prozent zurück.

Diese Rückgänge erklärt das BFS mit der Frankenstärke und den ungünstigen Wetterbedingungen im Sommer. Allerdings wurde auch für den Dezember eine deutliche Abnahme der Hotelübernachtungen verzeichnet (-4,9 Prozent).

47 Prozent mehr Übernachtungen von Gästen aus China

Während die Zahl der Gäste aus dem europäischen Ausland zurückging und diese zudem weniger lang in der Schweiz blieben, stieg die Zahl der Touristen und Geschäftsreisenden aus Asien weiterhin deutlich an. Von Gästen aus China etwa wurden 191'000 Übernachtungen mehr registriert als noch 2010, was einem Zuwachs von 47 Prozent entspricht. Mit nicht ganz 600'000 Logiernächten gehen aber weiterhin erst rund 1,7 Prozent der Übernachtungen auf das Konto Chinas.

Interessiert sind die Reisenden aus China vor allem an Sightseeing und Shopping. Sie geben pro Person und Tag rund 350 Franken aus. Touristen aus europäischen Ländern sind da bedeutend zurückhaltender. Sie konsumieren lediglich im Umfang zwischen 120 und 240 Franken.

Bevorzugte Ziele sind Luzern/Vierwaldstättersee, die Region Zürich, das Berner Oberland, Genf und das Genferseegebiet. Während zurzeit die chinesischen Touristen vor allem noch in Grossgruppen reisen, nimmt der Trend zu «vertieftem Reisen» in kleinen Gruppen und Individualreisen zu, sagte Simon Bosshart, Direktor Asia-Pacific, Schweiz Tourismus.

(tno/sda)

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