Die Erwartungshaltung von Ökonomen und Analysten bezüglich des Verlaufs der Schweizer Konjunktur in den kommenden sechs Monaten hat sich im Februar 2014 abgeschwächt. Der von der Credit Suisse (CS) und dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) berechnete ZEW-Indikator sank um 7,7 auf +28,7 Punkte. Der Index ist damit zum zweiten Mal in Folge gefallen, nachdem er im Dezember mit 39,4 Punkten den höchsten Stand seit Mai 2010 erreicht hatte.

Der Anteil der Analysten, die auf 6-Monats-Sicht mit einer Verbesserung der hiesigen Wirtschaftsbedingungen rechnen, ist im Berichtsmonat um 7,4 auf 35,8 Punkte gesunken. Eine Verschlechterung der Konjunktur in der Schweiz erwarten neu 7,1 Prozent der Befragen (+0,3). Der Anteil der Analysten, die im nächsten halben Jahr mit keiner Veränderung der wirtschaftlichen Situation rechnen, ist um 7,1 Punkte auf 57,1 Punkte gestiegen. Der ZEW-Indikator ergibt sich aus dem Saldo der Antworten «Verbessern» und «Verschlechtern» (35,8 minus 7,1 = 28,7).

Inflationserwartungen bleiben tief

Die weniger positive Einschätzung widerspiegle einen Trend hin zu der Erwartung unveränderter Wachstumsraten in den nächsten sechs Monaten, der auch für andere Länder beobachtet werde, schreiben die Ökonomen der CS in der Begründung zu den Zahlen. Besonders stark gesunken seien dabei die Aussichten für die US-Konjunktur. Die aktuelle wirtschaftliche Situation im Euroraum und in den Vereinigten Staaten werde dagegen positiver eingeschätzt als noch vor einem Monat.

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Knapp drei Viertel der befragten Analysten erwarten ausserdem keine Veränderung der hiesigen Inflationsrate in den nächsten sechs Monaten. Die Anzahl jener, welche von einem Anstieg ausgeht, ist seit Dezember 2013 kontinuierlich gesunken. Auch im Euroraum und in den Vereinigten Staaten erwarten zirka 70 Prozent der Befragten keine Änderung der Inflationsrate.

Kurzfristige Zinsen niedrig

Noch ausgeprägter ist die Überzeugung der Analysten, dass die kurzfristigen Zinsen in der Schweiz tief bleiben: 95,1 Prozent der Befragten erwarten jedenfalls keine Änderung. Die Erwartungen bezüglich der Entwicklung der langfristigen Zinsen sind ebenfalls unverändert: hier erwartet allerdings eine Mehrheit der Befragten (59,5 Prozent) steigende langfristige Sätze.

Beim Wechselkurs erwarten 32,5 Prozent der Befragten in den nächsten sechs Monaten eine Abwertung des Frankens gegenüber dem Euro. In einer Sonderfrage zu den Währungen kam ausserdem heraus, dass der aktuelle Euro/Franken-Wechselkurs nahe dem fairen Wert liegen dürfte.

Die Umfrage wurde vom 3. bis 14. Februar durchgeführt, wobei sich 43 Analysten daran beteiligten.

(awp/vst/me)