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Schweizer nur wenig produktiver

Wie viel Stunden braucht es, um die Wirtschaftsleistung zu erbringen? Das zeigt die Stundenproduktivität. (Bild: Keystone)

Die Stundenproduktivität der Schweizer Wirtschaft kann nicht mit dem Gesamtwachstum mithalten. Sie erhöhte sich 2010 nur um 1,1 Prozent. Schuld daran ist der Kalender: Drei Feiertage fielen auf Wochen

Veröffentlicht am 23.03.2011

Das Arbeitsvolumen wuchs 2010 stärker, als es in der Frühphase einer konjunkturellen Erholung zu erwarten war. Dabei spielten mehr Arbeitstage ebenso mit wie die schnelle Erholung des Arbeitsmarktes und der Abbau der Kurzarbeit. Das schreibt das Institut BAK Basel Economics zu seinem Stundenproduktivitätsindex.

Die Arbeitsproduktivität misst die Effizienz, mit der der Faktor Arbeit im Produktionsprozess eingesetzt wird. Die Experten von BAK Basel Economics berechnen die reale Stundenproduktivität, indem sie die Wirtschaftsleistung, also das reale Bruttoinlandprodukt, durch die Zahl der dafür eingesetzten Arbeitsstunden dividieren.

Schweizer Unternehmen hatten in der Rezession 2009 auf Entlassungen zugunsten der Kurzarbeit verzichtet. So konnten sie das Arbeitsvolumen bei steigender Nachfrage schnell ausweiten. Gegenüber 2009 nahm die Kurzarbeit um rund 18 Millionen Stunden ab, was für das Arbeitsvolumen einen zusätzlichen Impuls von 0,3 Prozentpunkten bedeutet. Hinzu kam die klare Zunahme der Beschäftigungszahlen um 0,7 Prozent.

Zusätzliche Arbeitstage

Das gesamtwirtschaftliche Wachstum erreichte im vergangenen Jahr 2,6 Prozent. Dass der Produktivitätsindex nur um die Durchschnittsrate von 1,1 Prozent wuchs, liegt an der besonderen Feiertagskonstellation 2010: Drei Feiertage fielen auf Wochenenden.

Dies bescherte vielen Arbeitnehmer mehr Arbeitstage. Das Arbeitsvolumen erhöhte sich dadurch im Vorjahresvergleich, der zusätzliche Effekt auf die Produktion fiel aber erfahrungsgemäss geringer aus. Gemäss BAK läuft das auf eine geringere Produktivität in den zusätzlichen Arbeitsstunden hinaus.

Im vierten Quartal 2010 erreichte der SDA/BAK-Index einen Stand von 120,2 Punkten. Verglichen mit dem dritten Quartal war das eine Zunahme von 0,4 Prozent. Gegenüber dem vierten Quartal 2009 resultierte ein Plus von 1,1 Prozent.

Seit 1994 ein Fünftel produktiver

Im Zeitverlauf hat sich die Produktivität aber gesteigert: Gemäss dem SDA/BAK-Produktivitätsindex nahm die Stundenproduktivität in der Schweiz seit 1994 insgesamt um 20,2 Prozent zu. Das entspricht einer durchschnittlichen Steigerung um rund 0,3 Prozent im Quartal oder 1,1 Prozent im Jahr.

(tno/laf/sda)

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