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Konjunktur
Schweizer Rekord bei Firmengründungen

Schweiz: Die Zahl der Firmenkonkurse sank. Privatkonkurse nahmen zu.  Keystone

Verglichen mit dem Vorjahr wurden im ersten Halbjahr insgesamt 3,4 Prozent weniger Konkurse eröffnet. Gleichzeitig erreichte die Zahl der Firmengründungen einen neuen Rekordstand.

Veröffentlicht am 02.07.2014

Im ersten Halbjahr 2014 sind 2231 überschuldete Firmen liquidiert worden. Das waren über 5 Prozent weniger als in der Vorjahresperiode. Die Konkurse wegen Organisationsmängeln nahmen um 22,9 Prozent ab. Damit zeichnet sich ein Ende der Beseitigung von Handelsregisterleichen ab.

Die Konkurse durch Organisationsmängel dürften sich nun auf einem viel tieferen Niveau einpendeln, teilte die Wirtschaftsauskunftei Creditreform am Mittwoch zu ihrer Halbjahresbilanz mit. Insgesamt mussten bis Ende Juni noch 840 Firmen aus diesen Gründen liquidiert werden.

Zunahme der Privatkonkurse

Bei den Privatkonkursen war im ersten Semester eine Zunahme um 4,2 Prozent zu verzeichnen. 3488 Personen mussten als Zahlungsunfähige die Flinte ins Korn werfen. Allein auf den Juni gesehen blieb die Zahl der Privatkonkurse stabil.

Bei den Firmenpleiten schreibt sich der Juni fast als historischer Tiefstwert ein, berichtet Creditreform weiter. Mit 286 Insolvenzen sank der Wert gegenüber dem Vorjahresmonat um 30 Prozent. Im ersten Halbjahr mussten die Konkursrichter damit 2231 überschuldete Firmen in die Liquidation schicken. Verglichen mit dem Vorjahr ist das ein Rückgang um 5,3 Prozent.

Alles zusammengerechnet gingen seit Januar 6559 Personen und Firmen in den Konkurs. Verglichen mit dem Vorjahr sind das 3,4 Prozent weniger.

Firmengründungen erreichen Rekordwerte

Während die Zahl der Konkurse leicht sinkt, zeichnet sich für das Gesamtjahr 2014 ein neuer Rekord bei den Firmengründungen ab. Creditreform rechnet mit deutlich über 41'000 neuen Einträgen ins Handelsregister.

Im ersten Halbjahr jedenfalls wehte der Gründergeist weiterhin durchs Land. Mit 21'241 neuen Eintragungen ins Handelsregister ergab sich ein Wachstum um 4,6 Prozent. Die Löschungen eingerechnet zeigte sich ein Nettowachstum von 13,5 Prozent nachdem sich in der Vorjahresperiode Ende Juni noch ein Minus von 15,4 Prozent niedergeschlagen hatte.

Boom bei den GmbH

Der Boom bei der Gründung von Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH) hielt ungebrochen an. Mit knapp 7900 Neueintragungen wählte im ersten Halbjahr mehr als jede dritte Firma diese Rechtsform (37,2 Prozent).

Attraktiv ist die GmbH gemäss Creditreform vor allem wegen des geringen Haftungskapitals. Von allen neuen GmbH haben 98,8 Prozent ein Gesellschaftskapital von weniger als 50'000 Franken. Die zweitbeliebteste Gesellschaftsform waren die Einzelfirmen mit knapp 6800 Neueinträgen.

Verzicht auf Revisionsstellen

Von den im ersten Halbjahr neu eingetragenen rund 4700 Aktiengesellschaften verzichten 83,6 Prozent auf eine Revisionsstelle. Sie können das tun, wenn gewisse Schwellenwerte bei Kapitalisierung, Umsatz und Mitarbeiterzahl nicht überschritten sind. Bei den neuen GmbH sparen sich 98,2 Prozent die Revisionsstelle.

Das kann sich in der Pleitestatistik niederschlagen, wie Creditreform anmerkt. 60,9 Prozent der im laufenden Jahr pleite gegangenen AG machten vom Verzicht auf die Revision Gebrauch. Bei den insgesamt 988 GmbH-Pleiten hatten 93,5 Prozent weniger als 50'000 Fr. Eigenkapital und keine Revisionsstelle.

(sda/luk)

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