Dass den Schweizern das Reisen vergangen wäre, lässt sich beileibe nicht sagen. 21,2 Millionen Fahrten unternahmen sie im Jahr 2014, pro Einwohner 2,9 Reisen. Das ist zwar ein Rückgang zum Vorjahr um knapp 5 Prozent. Aber 2013 war auch ein Rekordjahr.

Und dennoch: Der Blick auf die Zahlen des Bundesamtes für Statistik (BFS) zeigt, dass Schweizer sparsamer verreisen als auch schon. Zurückhaltend waren sie vor allem bei Reisen ins eigene Land. Hier sank die Anzahl der Fahrten von über acht Millionen auf 7,9 Millionen. Kein anderes Ziel verlor mehr an Beliebtheit.

Schweizer kehren der Heimat verstärkt den Rücken

Diese Entwicklung dürfte sich nach dem Franken-Schock im Januar noch verstärkt haben. Durch ihn sind Reisen ins Ausland noch einmal günstiger geworden. Und obwohl die Schweizer Tourismusbranche auch fürchtet, dass Gäste aus dem Ausland wegbleiben und darum mit Gratis-Aktionen um Gäste wirbt, zeigt die Sommerbilanz des Verbandes Hotelleriesuisse: Schweizer kehren der Heimat verstärkt den Rücken.

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Hotelleriesuisse schreibt in ihrem Sommer-Fazit, die Zahl der Übernachtungen sei «fast stabil» gewesen, sie lagen um 1 Prozent unter dem Vorjahr. Der Verband merkt an: «Für den Rückgang verantwortlich waren die Schweizer Gäste mit einem Minus von 2,5 Prozent.»

Auch im Ausland setzen Schweizer in Europa auf günstigere Ziele. Während die vergleichsweise teuren Euro-Länder Deutschland und Frankreich seltener das Ziel von Schweizer Reisenden waren, hat es Schweizer häufiger nach Italien gezogen. Damit kann Italien mit Deutschland gleichziehen – neben der Schweiz selbst sind dies die liebsten Destinationen. Jeweils 12 Prozent der Fahrten führen die Schweizer in diese Länder.

Längere Reisen bevorzugt

Die Schweizer reduzierten im vergangenen Jahr ein weiteres Mal bei den Kurztrips. Die Zahl der Fahrten mit einer bis drei Übernachtungen ging deutlich zurück, während Langzeitreisen beliebter waren als im Jahr zuvor. Damit bestätigt sich ein Langzeittrend: 1998 waren noch 38 Prozent der Reisen Fahrten über wenige Tage, aktuell sind es noch 22 Prozent.

Vor allem Kurzreisen werden aber gern innerhalb des eigenen Landes übernommen. Über einen längeren Zeitraum verreisen die Schweizer dafür häufiger ins Ausland.

Ausgaben gesunken

Gerade hier legen die Schweizer aber auch Sparsamkeit an den Tag: Die Ausgaben für Reisen von vier Tagen bis zwei Wochen sind seit 2012 tendenziell gesunken. Nur in der Kategorie vier bis sieben Tage waren die Schweizer zum Vorjahr ein paar Franken spendabler.