Das Einkommen der hiesigen Haushalte hat in den letzten Jahren spürbar zugenommen. So lag das mittlere verfügbare Einkommen der Schweizer Privathaushalte 2011 bei 6'750 Franken pro Monat, was im Mehrjahresvergleich seit 2006 ein Zuwachs von 650 Franken bedeutet. 

Mit 1'475 Franken bildeten die Ausgaben für Wohnen und Energie den wichtigsten Posten im Haushaltsbudget, wie die Resultate der Haushaltsbudgeterhebung 2011 des Bundesamt für Statistik (BFS), die publiziert wurden, zeigen. 

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Die Erwerbseinkommen bildeten laut BFS mit durchschnittlich 7'270 Franken pro Monat den wichtigsten Pfeiler auf der Einkommensseite des Haushaltsbudgets und machten 75,7 Prozent des Bruttoeinkommens aus. Die zweitwichtigste Einkommensquelle stellten Renten und Sozialleistungen mit durchschnittlich 19,3 Prozent dar. Die Vermögenseinkommen spielten für einen grossen Teil der Haushalte dagegen nur eine untergeordnete Rolle (im Mittel 3,6% des Bruttoeinkommens). Nur bei jedem siebten Haushalt machte dieser Anteil mehr als 5 Prozent des Bruttoeinkommens aus. 

Europas Menschen werden reicher

Die Überweisungen von anderen Privathaushalten (wie zum Beispiel Alimentenzahlungen) trugen im Durchschnitt 1,4 Prozent zum Bruttoeinkommen bei. Für einen von vierzig Haushalten liegt deren Anteil aber auf über einem Viertel des Bruttoeinkommens. Diese Einkommenssituation zeige sich vor allem bei Alleinerziehenden, so das BFS. Schuldenkrise hin, wirtschaftliche Probleme her: Das Privatvermögen in Westeuropa wächst laut einer Studie. Auch die Zahl der Millionäre nimmt zu. Grund sind die gut laufenden Aktienmärkte. Dennoch droht der Kontinent auf lange Sicht den Anschluss zu verlieren. 

Trotz der weiterhin brodelnden Schuldenkrise sind die Menschen in Westeuropa ebenfalls reicher geworden. Das zumindest hat die Beratungsgesellschaft Boston Consulting in ihrer jährlichen Studie «Global Wealth» errechnet. Demnach wuchs das Privatvermögen in der Region im vergangenen Jahr um 5,2 Prozent auf 35,8 Billionen Dollar. Das sind nach heutigen Wechselkursen umgerechnet 34,3 Billionen Franken. «Das kommt vor allem durch die gut laufenden Aktienmärkte», sagte Experte Daniel Kessler bei der Vorstellung der Studie in New York. Auch Bargeld oder Anleihen flossen in die Berechnung mit ein, nicht aber Immobilien. Noch im Jahr 2011 hatten die Märkte und damit die Privatvermögen merklich unter den Wirren der Schuldenkrise gelitten.

395'000 Privatvermögen haben 1 Million auf dem Konto

Boston Consulting zählte alleine in der Schweiz 395'000 Haushalte mit einem Privatvermögen von 1 Million Dollar oder mehr. Im Jahr 2011 waren es auf vergleichbarer Basis erst 344'000 gewesen. Die Schweiz belegt damit den weltweit fünften Rang. In Europa gibt es nur in Grossbritannien mehr Reiche (509'000 Haushalte).

Global gesehen führen die USA die Rangliste mit weitem Vorsprung an (5,88 Millionen Haushalte mit Vermögen über 1 Million Dollar). Auf Platz zwei liegt Japan (1,46 Millionen), gefolgt von China auf Rang drei (1,3 Millionen). Kanada fungiert auf Platz sechs (373'000), dahinter komplettieren Deutschland (362'000), Taiwan (312'000), Italien (274'000) und Frankreich (256'000) die Top Ten. Alle Länder der Welt zusammengerechnet stieg das Vermögen im vergangenen Jahr um 7,8 Prozent auf 135,5 Billionen Dollar und damit deutlich stärker als im Jahr 2011. «Asien-Pazifik ist der Treiber», erklärte der zuständige Experte Federico Burgoni. «Und das wird auf absehbare Zeit auch so bleiben.» Bis zum Jahr 2017 dürfte die Boomregion mit ihrem Schwergewicht China sogar Nordamerika in Sachen Vermögen überholt haben, schätzen die Berater.

Wie gross die Kluft beim Vermögenswachstum zwischen den einzelnen Weltregionen ist, zeigen die Zahlen aus dem vergangenen Jahr: So konnten die Asiaten um 13,8 Prozent auf 28 Billionen Dollar zulegen. Japan ist dabei nicht eingerechnet. Dagegen legten selbst die wirtschaftlich solide dastehenden Nordamerikaner «nur» um 7,8 Prozent auf 43,3 Billionen Dollar zu. «Wir befinden uns in einer Welt der zwei Geschwindigkeiten», sagte Kessler. Und weiter: «Die neue Welt wächst schneller als die alte Welt.»

(muv/vst/sda/awp)