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Schweizerische Nationalbank lässt Leitzins auf Rekordtief

Wegen des Wechselkurses lässt die SNB den Leitzins auf Rekordtief. (Bild: Keystone)

Die SNB dreht vorerst nicht an der Zinsschraube. Grund ist der starke Franken.

Veröffentlicht am 16.06.2011

Die Zinsen in der Schweiz bleiben weiter tief. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) führt die expansive Geldpolitik angesichts der Frankenstärke weiter und belässt den Dreimonats-Libor unverändert bei 0,25 Prozent, wie die SNB in ihrer quartalsweisen geldpolitischen Lagebeurteilung mitteilte.

Das Zielband für den Dreimonats-Libor liege weiterhin bei 0 Prozent bis 0,75 Prozent. Für das laufende Jahr rechnet die SNB mit einem realen Wirtschaftswachstum von rund 2 Prozent und einer Inflation von 0,9 Prozent. Für 2012 prognostiziert die SNB eine Inflation von 1,0 Prozent und 2013 von 1,7 Prozent.

Die weltweite Konjunkturerholung setze sich fort, auch wenn sich die Aussichten in den letzten Wochen leicht eingetrübt hätten, meint die SNB. Die Schweizer Wirtschaft sei zunehmend gut ausgelastet. Sie profitiere trotz der starken Aufwertung des Frankens weiterhin von der robusten internationalen Nachfrage. Allerdings gerieten die Margen der Exportwirtschaft zunehmend unter Druck.

Insgesamt überwögen jedoch weiterhin die Abwärtsrisiken. Dazu zähle insbesondere die Schuldenproblematik in den peripheren Ländern der Eurozone. Zudem sähen sich aufgrund hoher Defizite weltweit verschiedene Länder dazu gezwungen, fiskalische Konsolidierungsmassnahmen zu ergreifen, obwohl ihre Wirtschaftslage fragil sei.

Überhitzungsgefahr im Immobiliensektor

Der erfolgte Rohstoffpreisanstieg belastet laut SNB das Wachstum der Weltwirtschaft und birgt Gefahren für die globale Teuerungsentwicklung. In der Schweiz bleiben nach Ansicht der Notenbanker die Hauptrisiken einerseits die Auswirkungen der Frankenstärke auf die Exportwirtschaft, andererseits die Überhitzungsgefahr im Immobiliensektor.

Die bedingte Inflationsprognose der Nationalbank liegt bis Anfang 2012 über der Prognose vom Vorquartal. Dies sei auf die Annahme eines im Vergleich zum Vorquartal höheren Ölpreises und etwas höherer Importpreise zurückzuführen, heisst es.

Die gegenwärtige, expansive Geldpolitik könne nicht über den gesamten Prognosehorizont weitergeführt werden, ohne die Preisstabilität längerfristig zu gefährden, hiess es. Aufgrund der erwähnten Risiken sei die bedingte Inflationsprognose jedoch mit hoher Unsicherheit behaftet.

(laf/tno/awp/sda)

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