Trotz Schuldenkrise in Europa und der Franken-Stärke hat die Schweiz nach Ansicht des Staatssekretariates für Wirtschaft (Seco) langfristig gute Rahmenbedingungen. «Wir haben absolut keine Inflationsgefahr», sagte Serge Gaillard, Leiter der Direktion Arbeit beim Seco, in einem Interview.

Im Gegenteil: Die Preise in der Schweiz würden tendenziell fallen, sagte Gaillard der Zeitung «NZZ am Sonntag». Und die Staatsfinanzen seien relativ gesund. «Wir gehen also mit grossem wirtschaftspolitischem Handlungsspielraum in eine unsichere Zeit.»

Der Bund könne reagieren, wenn die Inlandnachfrage lahme. «Dies ist aber heute nicht der Fall», sagte Gaillard. Die Bauwirtschaft laufe rund, die Staatsausgaben würden steigen, das Gesundheitswesen boome. «Wir wissen aber aus der letzten Krise, wie schnell wir ein Stabilisierungsprogramm aus dem Boden stampfen könnten, falls die Inlandkonjunktur einbräche.»

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) habe glaubwürdig eine Euro-Untergrenze von 1,20 Franken eingeführt und dadurch den Franken stabilisiert. Sie habe diesen Schritt durchgesetzt, ohne stark am Finanzmarkt intervenieren zu müssen.

«Die SNB konnte dies nur umsetzen, weil die Märkte wissen, dass sie am längeren Hebel sitzt», sagte Gaillard. Sie sitze deshalb am längeren Hebel, weil es bei diesem Wechselkurs keine Inflationsgefahren gebe.

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(rcv/sda)