Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hält an ihrer expansiven Geldpolitik fest. Sie hat das Zielband für den Dreimonats-Libor unverändert auf 0,0 bis 0,25 Prozent belassen und strebt einen Wert des Libors bei Null an. Bis dato war von einem Wert «möglichst nahe bei Null» die Rede. Am Mittwoch war der Libor bei 0,00667 Prozent festgesetzt worden.

Die SNB werde den am 6. September festgelegten Mindestkurs von 1,20 Franken pro Euro «mit aller Konsequenz durchsetzen», teilten die Währungshüter ausserdem mit. Die SNB sei in der Konsequenz bereit, unbeschränkt Devisen zu kaufen. Sie werde die gesamten Sichtguthaben bei der Nationalbank bei deutlich über 200 Milliarden Franken belassen.

Die Prognose der SNB für das reale Bruttoinlandprodukt BIP im Jahr 2011 lautet neu 1,5 bis 2,0 Prozent, nach zuvor «rund 2 Prozent». Die Inflationsprognose für 2011 hat sie auf 0,4 Prozent (von 0,9 Prozent) gesenkt.

Die Inflationsprognosen für die beiden Folgejahre wurden gar sehr deutlich zurückgenommen: Für 2012 prognostiziert die SNB eine negative Jahresteuerung von -0,3 Prozent. Noch im Juni wurde ein Wert von +1,0 Prozent in Aussicht gestellt. Die Inflationsprognose für das Jahr 2013 wurde auf +0,5 Prozent nach zuvor +1,7 Prozent gesenkt.

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«Auf absehbare Zeit gibt es in der Schweiz keine Inflationsrisiken», schreibt die SNB in ihrer Mitteilung. «Hingegen bestehen Abwärtsrisiken für die Preisstabilität, falls sich der Franken nicht weiter abschwächen sollte.»

(tno/rcv/awp/sda)