Die Schweizer Bemühungen um die Entwicklung einer eigenen Drehscheibe für den Handel mit der chinesischen Währung kommen voran. Die Zentralbanken der beiden Länder schlossen am Montag ein Tauschabkommen, das den Kauf von Renminbi und Franken bis zu einem Maximal-Betrag von 150 Milliarden Yuan beziehungsweise 21 Milliarden Franken erlaubt. Bei Bedarf könne somit Liquidität in den beiden Währungen in den jeweiligen Märkten bereitgestellt werden, teilte die Schweizerische Nationalbank (SNB) mit.

Die SNB erhielt zudem eine Investitionsquote für den chinesischen Interbanken-Anleihemarkt, wodurch sie dort einen Teil ihrer Devisenreserven anlegen kann. Das Volumen beträgt bis zu 15 Milliarden Yuan.

Das Abkommen unterstreiche die zunehmend engen Beziehungen zwischen China und der Schweiz, teilte die SNB mit. Es werde eine zentrale Voraussetzung für den Ausbau des Renminbi-Geschäfts in der Schweiz geschaffen, erklärte das Finanzministerium in Bern. Die chinesische Zentralbank teilte mit, nötigenfalls werde das Abkommen erweitert. Die SNB und die People's Bank of China (PBC) pflegen gemäss der Mitteilung vom Montag seit vielen Jahren einen konstruktiven Meinungsaustausch.

Schweiz als Europas Drehscheibe für Renminbi

Die Schweiz möchte sich als europäische Drehscheibe für Transaktionen mit chinesischen Unternehmen und der chinesischen Währung etablieren. Europas grosse Handelsplätze konkurrieren um eine verstärkte Rolle bei der Internationalisierung der chinesischen Währung.

Ein wichtiger Handelsplatz soll Frankfurt werden, aber auch Luxemburg und London sind mit im Rennen – wobei viele Analysten die britische Hauptstadt als wichtigstes Zentrum für den Renminbi-Handel favorisieren. Die einzelnen Länder erhoffen sich für ihre Unternehmen eine einfachere Abwicklung von Zahlungen in der chinesischen Währung. Asiatische Anleger bekommen zugleich direkten Zugang zu den europäischen Kapitalmärkten.

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(sda/reuters/me/sim)